05/07/2000
16:45 Uhr
Solarbranche erstmals mehr als 1 Mrd. DM Umsatz
Dieses Jahr wird die Solarbranche erstmals einen Umsatz größer
1 Mrd. DM machen. Darauf wies der Deutsche Fachverband Solarenergie, DFS,
im Vorfeld der Solarmesse INTERSOLAR 2000 hin. Die größte reine
Solarmesse in Deutschland findet vom 7. bis 9. Juli in Freiburg statt.
Neben dem Solarwärme-Markt, der ein Umsatzplus von über 20% auf
geschätzt 900 Mio DM erwarten läßt, trage vor allem der
Solarstrom-Markt zum Aufschwung bei. Für 2000 werde eine Vervielfachung
des Umsatzes von ca. 200 Mio DM im Jahr 1999 auf mindestens 500 Mio DM
erwartet. Grund sei vor allem das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das
seit 1. April 2000 den Solarstromerzeugern 99 Pfennig pro kWh beschere.
Der Aufschwung der Branche sei Ergebnis der erfolgreichen neuen Förderpolitik
der rot-grünen Bundesregierung. Etwa 2.000 bis 3.000 neue, zukunftsorientierte
Arbeitsplätze werden dieses Jahr in der jungen Branche nach Schätzungen
des DFS neu geschaffen. Die steigende Nachfrage führe auch zu neuen
Investitionen in Produktionsanlagen und Handelsunternehmen. Im Bereich
Photovoltaik würden derzeit an über 10 Standorten in Deutschland
die Produktionsanlagen erweitert oder neue Anlagen geplant und aufgebaut.
Damit werde Deutschland wieder seine Rolle im weltweiten Spitzenfeld der
Photovoltaik-Produzenten neben USA und Japan zurückerobern.
Im Bereich Solarwärme stellt Deutschland den größten
Markt Europas dar mit 420.000 m² Kollektorfläche, die im Jahr
1999 verkauft wurde, so der DFS weiter. Der Importanteil sei auch hier
rückläufig und liege bei 40%. Beim Herzstück des Kollektors,
dem Absorber, hätten die hochselektiven Sputterschichten die früher
verwendeten galvanischen Schichten zu großem Teil verdrängt.
Die Sputterschichten seien made in Germany im Gegensatz zum bisherigen
Import und sind Beleg für die industriepolitische Bedeutung der Solarförderung.
Denn mit dem Aufbau eines starken heimischen Marktes werde die Voraussetzung
für die Ansiedelung von Unternehmen geschaffen. Diese bedienten dann
nicht nur den Inlandsmarkt, sondern orientierten sich auch auf dem Weltmarkt.
Insbesondere im Bereich Photovoltaik werde dem Exportmarkt eine große
Rolle zugemessen.
Der hohe Innovationsgrad der Solarbranche zeige sich auf der INTERSOLAR
2000. Alle Unternehmen hätten die letzten Jahre intensiv an der Effizienz,
aber vor allem auch an Handhabbarkeit und Ästhetik der Solaranlagen
gearbeitet. Im Vordergrund stehe die Integration der Solartechnik in die
Haustechnik und der Solarkollektoren und -module in die Gebäudehülle.
Ein gutes Zeichen sei, daß sich einige Unternehmen der Baustoffbranche
sich neu dem Thema Solarenergie angenommen hätten. Auf der INTERSOLAR
2000 würden auf der Sonderausstellung "Solare Fassaden und Bedachungen"
Kollektoren in der Optik von Dachfenstern, Solarstrom-Ziegel und modernste
solare Fassaden präsentiert. Die neue Ästhetik der Solartechnik
werde nach Ansicht des DFS entscheidend dazu beitragen, die Akzeptanz in
der Bevölkerung, aber vor allem auch bei den Architekten und Entscheidern
der Baubranche erhöhen.
© IWR/Stromtarife.de
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