22/08/2000
09:50 Uhr
Capital: Stromkonzerne bremsen preiswerten Strom durch hohe Netzentgelte
Von wegen freier Markt für Haushaltsstrom: Die Stadtwerke und
Regionalversorger müssen zwar ihre Leitungsnetze auch Konkurrenten
zur Verfügung stellen, doch verlangen sie dafür so hohe Gebühren,
dass sie die selbst kaum aufbringen könnten. Dies zeigt das Wirtschaftsmagazin
'Capital' (Ausgabe 18/2000, EVT 24. August), das die so genannten
Netzentgelte der Ex-Monopolisten mit ihren eigenen Tarifen verglich,
zu denen sie Strom frei Haus liefern. Fazit: Ziehe man von diesem
Komplettpreis das Netzentgelt sowie die fälligen Steuern und Abgaben
ab, bleibe unterm Strich bei den allermeisten Konzerne weniger
übrig, als die E-Werke beim Großhandel mit Haushaltsstrom verlangten,
so Capital. Da könnten Wettbewerber nur mithalten, wenn sie bewußt
Verluste in Kauf nähmen. Für die Platzhirsche sei es dagegen
letztlich gleich, wie sie ihre Gesamtkosten auf Netzentgelt und
die eigentliche Energie verteilen.
Die höchsten Netzentgelte verlangt nach Capital-Angaben die Wemag
aus West-Mecklenburg (0,2073 DM) vor der Avacon/EV Magdeburg (0,2015
DM) sowie der Edis in Brandenburg und Mecklenburg (0,1974 DM).
Auf dem vierten Rang liege die Meag aus Halle/Saale (0,1951 DM)
gefolgt von der Eon/Teag in Thüringen (0,1898 DM). Die fünf billigsten
Anbieter seien die Stadtwerke Bremen (0,1447 DM), Karlsruhe (0,1444
DM) und München (0,1424 DM) sowie die Energieversorgung Leverkusen
(0,1423 DM) und die Bewag Berlin (0,1417 DM). Wie hoch selbst diese
Werte seien, zeige ein Blick nach Großbritannien: Dort koste die
Netznutzung im Schnitt elf Pfennig je Kilowattstunde, so Capital.
IWR/Stromtarife.de
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