01.02.2001
17:16 Uhr
EU-Kommissarin Wallström für Anstieg der Energiepreise - BDI-Hauptgeschäftsführer Wartenberg dagegen
Die EU-Umweltkommissarin Margot Wallström (Schweden) tritt für einen "vorhersehbaren und schrittweisen" Anstieg der Energiepreise ein. Ohne eine Preiserhöhung werde es nicht gelingen, die nötigen Anreize für die Durchsetzung energiesparender Technologien auf dem Markt zu schaffen, sagte Wallström am Donnerstag auf dem Forum für Zukunftsenergien in Berlin.
Wallström schätzt das technologische Potenzial zur Energieeinsparung und bei erneuerbaren Energien "zum gegenwärtigen Zeitpunkt in der EU auf 20 Prozent". Das Problem sei, dass diese Technologien unter gegenwärtigen Marktbedingungen oft nicht wettbewerbsfähig seien. "Die Preise spiegeln die zukünftige Knappheit von Brennstoffen und die volkswirtschaftlichen Kosten der Umweltschäden nicht wider", betonte die Kommissarin.
Kritik kam vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Hauptgeschäftsführer Ludolf Wartenberg sagte, Voraussetzung für Fortschritte beim Energiesparen sei eine rege Investitionstätigkeit, denn bei jeder Investition komme die jeweils energieeffizienteste Technik zum Zuge. "Wer von einer künstlichen Energieverteuerung mehr Energieeinsparung erwartet, der vergisst, dass durch Steuern verursachte Preiserhöhungen von der Industrie im internationalen Wettbewerb nicht weitergegeben werden können."
Vor dem Hintergrund des Gutachtens zur Klimaveränderung "Inter-governmental Panel on Climate Change" stellte Wallström klar, dass die Klimaverpflichtungen von Kyoto nur ein erster Schritt seien. In dem Abkommen hatte die EU sich verpflichtet, die Treibhausgasemissionen zwischen 1990 und 2008/2012 um acht Prozent zu reduzieren. Die Schwedin erinnerte daran, dass die EU-Kommission vergangene Woche eine globale Minderung in der Größenordnung von 20 bis 40 Prozent vorgeschlagen habe.
© IWR/Stromtarife.de
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