29.07.2002
17:35 Uhr
AKW Mülheim-Kärlich kann abgerissen werden
Koblenz/Berlin - Der stillgelegte Atommeiler Mülheim-Kärlich in Rheinland-Pfalz kann abgerissen werden. Am Montagnachmittag verließ ein Transport mit den letzten 17 Brennelementen das AKW bei Koblenz in Richtung La Hague. Damit sei der Weg für den Abriss des Kraftwerks frei, teilte das Bundesumweltministerium in Berlin mit.
Die Brennstäbe werden zusammen mit abgebrannten Brennelementen aus dem AKW Philipsburg in die Wiederaufarbeitungsanlagen La Hague und Sellafield gebracht. Seit Juli 2001 waren den Angaben zufolge in neun Bahntransporten insgesamt 18 Castorbehälter nach La Hague gebracht worden. Zudem gingen 72 ungebrauchte Brennelemente an den Hersteller nach Belgien zurück.
Das Kernkraftwerk Mühlheim-Kärlich war im März 1986 ans Netz gegangen und wurde bis September 1988 insgesamt 13 Monate lang betrieben. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht am 9. September 1988 die erste Teilgenehmigung vom 9. Januar 1975 aufgehoben hatte, wurde die Anlage abgeschaltet. Nach Angaben des Mainzer Umweltministeriums läuft derzeit das Genehmigungsverfahren für die Stilllegung und den ersten Abbauschritt des Kernkraftwerks. Mit einer Entscheidung sei nicht vor Sommer 2003 zu rechnen. Der gesamte Rückbau soll rund zehn Jahre dauern.
© IWR/Stromtarife.de
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