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11.06.2010, 14:22 Uhr Conergy kommt nicht zur Ruhe - LG Hamburg beschließt MusterverfahrenHamburg - Mit Beschluss vom 02.06.2010 hat das LG Hamburg nunmehr entschieden, die derzeit insgesamt rund 20 Klagen gegen die Conergy AG in ein Musterverfahren zu überführen. Jetzt soll das Oberlandesgericht Hamburg als das zuständige Gericht in einem Musterprozess insbesondere die Vorwürfe der Aktionäre klären, dass die Conergy AG in den Jahren 2006 und 2007 gegen Bilanzierungsregelungen verstoßen und dadurch überhöhte Umsatzzahlen ausgewiesen sowie Lieferverzögerungen bei Silizium und Modulen verspätet veröffentlicht hat. Bereits im Oktober 2008 hatte die Münchner Kanzlei Rotter Rechtsanwälte für Aktionäre erste Klagen gegen die Conergy eingereicht. Conergy wird vorgeworfen, am 25.10.2007 für den Kapitalmarkt überraschend eine Gewinnwarnung veröffentlicht zu haben und Lieferverzögerungen bei Solar-Modulen einräumte, die zu erheblichen Umsatzeinbußen im dritten Quartal 2007 geführt hätten. Bis zu einer Ad-hoc Meldung vom 25.10.2007 sei das Solarunternehmen vom Kapitalmarkt als prosperierendes Unternehmen wahrgenommen worden. Der Kurs der Aktie ging nach dieser Meldung auf Talfahrt und konnte sich seither nicht mehr erholen. Noch im März 2007 hätten Vorstandsmitglieder der Conergy umfangreich Aktien des eigenen Unternehmens verkauft und damit zweistellige Millionenbeträge erlöst. Mittlerweile musste die Conergy AG aufgrund von Feststellungen der Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung, die im Auftrag der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen tätig wurde, einräumen, im Jahr 2006 und 2007 aufgrund von Verstößen gegen Bilanzierungsregeln überhöhte Konzernergebnisse ausgewiesen zu haben. Gegen ehemalige und aktuelle Mitglieder des Vorstandes wird nach Angaben der Münchner Kanzlei bei der Staatsanwaltschaft Hamburg insbesondere wegen des Verdachts der unrichtigen Darstellung ermittelt. Die Conergy AG beauftragte die Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer damit, Schadensersatzansprüche gegen Altvorstände zu prüfen. Im April 2009 veröffentlichte die Conergy AG dann, verschiedene Schadensersatzansprüche gegen Altvorstände festgestellt und rechtliche Schritte gegen diese eingeleitet zu haben.
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