| Ökosteuer:
Pro & Contra
IWR-Meldungen zum aktuellen Brennpunktthema,
die laufend ergänzt werden:
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| 12.10.2000 |
VDEW:
Stromunternehmen optimieren Kraftwerke
Kooperationen und
Fusionen prägen derzeit die Veränderung der deutschen Strombranche im
Wettbewerb, so eine Pressemeldung der Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke
e. V.(VDEW) vom Mittwoch. Die rund 500 deutschen Stromerzeuger optimieren
ihre Kraftwerke, so der VDEW. In Deutschland zählten zum Kraftwerkspark
der Stromunternehmen Ende 1999 sehr unterschiedliche Anlagen mit einer
Netto-Leistung von insgesamt knapp 100 000 Megawatt. Wichtiges Ziel der
Stromunternehmen sei die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit im liberalisierten
Strommarkt. Diesem Ziel diene sowohl die Steigerung des Wirkungsgrades
einzelner Anlagen als auch die Stillegung oder Konservierung von Kraftwerksleistung.
Die Verbraucher würden daher im Wettbewerb von drastisch gesunkenen Strompreisen
profitieren. Diese Erfolge würden allerdings zunehmend durch staatliche
Sonderlasten wie die Öko-Steuer oder das Erneuerbare-Energien-Gesetz vernichtet.
Gründe für Stillegungen von Kraftwerken, so VDEW-Angaben, sind: Der Strommarkt
ist - anders als zum Beispiel der Telekommunikationsmarkt - kein Wachstumsmarkt.
Jedes Unternehmen prüft individuell seine Kraftwerke und optimiert sie.
Eine aktuelle Branchenübersicht dazu liegt zur Zeit noch nicht vor. Generell
gilt: Bei Fusionen und Kooperationen fällt die notwendige Kraftwerksreserve
deutlich geringer aus als zuvor bei der Summe der Einzelunternehmen. In
der Vergangenheit plante jedes Unternehmen seine Kraftwerkskapazitäten
am oberen Rand der erwartbaren Bedarfsentwicklung. Im liberalisierten
Markt muss stärker zwischen Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit
abgewogen werden. Die angekündigten Stillegungen von Kraftwerkskapazitäten
werden die Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland nicht gefährden,
so die Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke. Traditionell habe Deutschland
eine weltweit überdurchschnittliche Versorgungssicherheit. Diese werde
jetzt auf ein geringeres, aber immer noch sehr zuverlässiges Niveau zurückgefahren. |
| 11.10.2000 |
NABU:
Ökologischen Steuerreform konsequent fortführen
Der Naturschutzbund
Deutschland (NABU)hat in einer Pressemeldung heute die rot-grüne Bundesregierung
dazu aufgefordert, die Ökologische Steuerreform über 2003 hinaus fortzuführen.
"Das Prinzip der kontinuierlichen Verteuerung des Umwelt- und Ressourcenverbrauchs
bei gleichzeitig zunehmender Entlastung des Faktors Arbeit ist und bleibt
richtig", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen. Daran ändere auch
die "kindische" Anti-Ökosteuerkampagne der Opposition nichts, die damit
vergeblich von eigenen Skandalen und programmatischer Dürftigkeit ablenken
wolle. "Die Öffentlichkeit wartet auf konstruktive Vorschläge von Union
und FDP zum Schutz des Klimas und der Umwelt", so Billen. Bis dahin sei
man darauf angewiesen, die einschlägigen Ökosteuer-Vorschläge der ehemaligen
Bundesumweltministerin zu zitieren. Nach einem Bericht der "Frankfurter
Allgemeinen Zeitung" denkt die Bundesregierung darüber nach, die jährliche
Erhöhung der Ökosteuersätze mit dem Jahr 2003 zu beenden und zumindest
einen Teil der Einnahmen für Investitionen im Sinne des Umweltschutzes
zu nutzen. Der NABU halte dagegen am Prinzip der Aufkommensneutralität
fest, so Billen: "Das Geld, das durch die zusätzlichen Energiesteuern
eingenommen wird, muss den Bürgerinnen und Bürgern vollständig zurückgegeben
werden." Wenn die Bundesregierung ökologische Investitionen für notwendig
halte, solle sie diese aus dem allgemeinen Haushalt bestreiten. "Hier
gibt es in der Tat noch einigen Nachholbedarf, zum Beispiel bei der notwendigen
Sanierung von Altbauten", so der NABU-Bundesgeschäftsführer. Um die Akzeptanz
für die Ökologische Steuerreform zu erhöhen, sollten die daraus resultierenden
Einnahmen ab 2003 unmittelbar zur Senkung der Einkommens- und Unternehmenssteuern
sowie zur Anhebung der Transfereinkommen wie Sozialhilfe oder BAföG verwendet
werden, so der Naturschutzbund. "Diese Gutschrift sollte auf der Gehaltsabrechnung
sowie vergleichbaren Formularen separat aufgeführt werden", sagte Billen.
Darüber hinaus sollten die Ausnahmeregelungen für die Industrie drastisch
reduziert sowie die Stromsteuersätze stärker an ökologischen Kriterien
ausgerichtet werden: "Es kann nicht sein, dass Verbraucher von Ökostrom
genauso viel bezahlen wie die Nutzer von Kohle- oder Kernenergie", so
der NABU abschließend. |
| 06.10.2000 |
Umweltschutz
und Nutzung regenerativer Energien als Arbeitsmarktmotor
Nach einer Studie (Working for the Environment: A Growing Source of
Jobs) des Worldwatch Institute aus Washington D.C. hat der Aufbau einer
ökologisch nachhaltigen Wirtschaft weltweit schätzungsweise 14 Mio. Arbeitsplätze
geschaffen. Im 21. Jahrhundert soll sich diese Zahl noch millionenfach
erhöhen. Das Worldwatch Institute hebt als Arbeitsmarktmotor insbesondere
die Wind- und Solarenergiebranchen (Photovoltaik) sowie die Recycling-
und Wiederverwertungsindustrien hervor. In der Produktion und Errichtung
von Windenergieanlagen habe es 1999 ca. 86.000 Arbeitsplätze gegeben.
Somit habe sich in diesem Bereich die Anzahl der verfügbaren Jobs in den
letzten zwei Jahren verdoppelt. Bis zum Jahre 2020 könnte die Windnenergie
10% der gesamten Energieerzeugung ausmachen und rund 1,7 Mio. Menschen
beschäftigen, so das Worldwatch Institute. Die Anzahl von Arbeitsplätzen,
die durch die Solarstromindustrie in den USA direkt geschaffen wurden,
beziffert das Washingtoner Forschungsinstitut auf fast 20.000. Europäische
Unternehmen, die im solarthermischen Bereich agieren, beschäftigen nach
Angaben von Worldwatch über 10.000 Menschen. Diese Zahl könne innerhalb
der nächsten Dekade um 70.000 und durch staatliche Unterstützungsmaßnahmen
sogar auf 250.000 ansteigen. Der Autor der Studie, Michael Renner, postuliert,
dass Investitionen in regenerative Energien, Energieeffizienz und die
Produkion von länger haltbaren und reparierbaren Gütern mehr Arbeitsplätze
schaffen werden, als dies Investitionen in Rohstoffindustrien und die
Nutzung fossiler Energieträger leisten können. |
| 28.09.2000 |
Ökosteuer: Bauernverband
widerspricht Behauptungen von SPD-Politikern
Verschiedene Politiker
der SPD auf Bundes- und Landesebene haben nach Informationen des Deutschen
Bauernverbandes (DBV) in der Öffenlichkeit behauptet, die deutschen
Landwirte bräuchten keine Ökosteuer zu zahlen, weshalb ihr Protest gegen
die zu hohen Energiesteuern unverständlich sei. Der DBV widerspreche
dem mit eindeutigen Fakten. Die Land- und Forstwirte bezahlten die ersten
zwei Schritte der Ökosteuer bei Diesel sowie die ökosteuerbedingten
Erhöhungen bei Strom, Heizöl und Gas, so der DBV. 1999 habe die deutsche
Land- und Forstwirtschaft Ökosteuer in Höhe von 350 Mio. D-Mark entrichtet,
im laufenden Jahr 516 Mio. D-Mark und im kommenden Jahr belaufe sich
die Ökosteuer auf 680 Mio. D-Mark. Ab dem Jahr 2003 seien es 1 Mrd.
D-Mark. Die Entlastungen durch reduzierte Sozialversicherungsbeiträge
in 1999 beliefen sich auf 50 Mio. D-Mark und in 2000 auf 65 Mio. D-Mark.
Die reduzierten Ökosteuersätze brächten dagegen nur eine äußerst geringe
Entlastung von 4 Mio. D-Mark in 1999 und 10 Mio. D-Mark in 2003. Ab
dem Jahr 2003 werde die Entlastung insgesamt lediglich rund 120 Mio.
D-Mark betragen. Damit werde sich die Nettobelastung der Landwirte durch
die Ökosteuer 2003 nach Berechnungen des DBV auf rund 900 Mio. D-Mark
belaufen. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung
(RWI) habe in einer Studie zur Ökosteuer eine jährliche Nettobelastung
der deutschen Land- und Forstwirtschaft von 911 Mio. D-Mark errechnet
und festgehalten, dass es in keinem anderen Wirtschaftsbereich ein derart
krasses Missverhältnis zwischen Belastung und Entlastung durch die Ökosteuer
gibt. Die Senkung der Sozialversicherungsbeiträge auf Grund des hohen
Anteils selbständiger und mithelfender Familienangehöriger komme in
der Land- und Forstwirtschaft nur in sehr geringem Umfang zum Tragen.
Ebenso griffen die reduzierten Steuersätze bei der weit überwiegenden
Zahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe aufgrund der zu hohen
Sockelbeträge bei Strom sowie bei Heizöl/Gas nicht. Vom so genannten
Spitzenausgleich für das produzierende Gewerbe sei die Landwirtschaft
generell ausgeschlossen. Im Rahmen des laufenden Agrar-Diesel-Gesetzgebungsverfahrens
solle die bisherige Gasölrückerstattung auf neue Füße gestellt und ein
Steuersatz von 57 Pfennigen je Liter für in der Landwirtschaft verwendeten
Diesel zum 1. Januar 2001 eingeführt werden, so der DBV weiter. Die
Entlastung um 700 Mio. D-Mark im Jahr 2003 werde in dem Gesetzentwurf
damit begründet, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen land- und forstwirtschaftlichen
Betriebe im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedstaaten zu verbessern. Faktisch
seien die Landwirte damit von den weiteren Erhöhungen der Mineralölsteuer
durch die Ökosteuer um jährlich 6 Pfennige je Liter ab 2001 ausgenommen.
Dem stehe aber entgegen, dass die Mineralölsteuerbelastung für die Land-
und Forstwirtschaft seit Anfang 1999 um 36 Pfennige/Liter gestiegen
sei. Anfang 1999 habe der Nettosteuersatz für Diesel in der Landwirtschaft
bei 21 Pfennigen/Liter gelegen. Ab April 1999 sei er auf 27 Pfennige
erhöht worden. Der Nettosteuersatz liege im laufenden Jahr 2000 bei
44 Pfennigen, bei einem Verbrauch von über 10.000 Liter/Jahr und Betrieb
sogar bei 74 Pfennigen pro Liter Diesel. In den Hauptkonkurrenzländern
der deutschen Landwirtschaft in der EU hingegen seien die Steuern für
die Landwirtschaft gesenkt oder konstant niedrig gehalten worden. In
Dänemark seien die Landwirte vollständig von der Mineralölsteuer befreit,
im Vereinigten Königreich zahlten sie pro Liter Diesel 10 Pfennige,
in Frankreich 11 Pfennige und in den Niederlanden 12 Pfennige. Die Möglichkeit
der Steuerentlastung sei den Mitgliedstaaten in einer EU-Richtlinie
ausdrücklich eröffnet worden. Dies alles begründe die Forderung des
Deutschen Bauernverbandes, endlich die - politisch von der Bundesregierung
und dem Bundeslandwirtschaftsminister zugesagte - Wettbewerbsgleichheit
im europäischen Binnenmarkt durch eine Senkung des Steuersatzes für
Agrardiesel auf den Heizölsteuersatz von 12 Pfennigen zu erreichen,
so der DBV abschließend.
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| 28.09.2000 |
Eichel: Ökosteuer bleibt
in jetziger Form bis 2003
Die Ökosteuer solle
mindestens bis einschließlich 2003 zur Dämpfung der gesetzlichen Rentenversicherungsbeiträge
eingesetzt werden. Das stellte Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD)
entsprechend der Koalitionsvereinbarung mit den Grünen am Mittwoch vor
dem Bundesfachverband Medizinprodukte-Industrie in Berlin klar. "Wir
werden an der Ökosteuer in der jetzigen Form zumindest bis 2003 festhalten",
sagte Eichel nach einem vorab verteilten Redemanuskript. Erneut wies
er die Kritik an der Ökosteuer zurück, die auch zu energiesparenden
Innovationen führe, so der Bundesfinanzminister in der Rheinischen Post.
Ihre Abschaffung würde Arbeitslosigkeit entstehen lassen. Außerdem belaste
die Ökosteuer einen "normalen Vierpersonenhaushalt" um ungefähr 27 Mark
monatlich. Dem stünden Entlastungen von 25 Mark über den gedämpften
Rentenversicherungsbeitrag gegenüber. "Dass die Opposition in Ermangelung
von Sachthemen die Emotionen in der Bevölkerung schürt, ist irgendwie
verständlich. Lange tragen kann diese Strategie aber nicht", sagte der
Minister. Die Vorgängerregierung von Altkanzler Helmut Kohl (CDU) habe
in ihrer 16- jährigen Amtszeit die Mineralölsteuer um 51 Pfennig je
Liter erhöht. Dabei seien die Rentenversicherungsbeiträge sogar noch
gestiegen. Die rot-grüne Ökosteuer habe den Sprit dagegen bisher nur
um zwölf Pfennig teurer gemacht. "Die Preissteigerungen der letzten
Monate sind überwiegend auf den Ölmarkt zurückzuführen. Den kann die
Bundesregierung nun wirklich nicht kontrollieren", sagte Eichel.
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| 28.09.2000 |
Keine Entlastung für die
Ökosteuer
Wie der Deutsche
Bundestag berichtet, hat Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Bündnis
90/Die Grünen) gestern vormittag keine Entlastung für die Ökosteuer,
aber Ausgleichsmaßnahmen für die erhöhten Mineralölpreise angekündigt.
Demnach solle die Kilometerpauschale von derzeit 70 Pfennigen auf 80
Pfennige angehoben werden und im Sinne einer Entfernungspauschale für
alle Pendler gelten. Auf Grund steigender Heizkosten seien auch BaföG-
und Wohngeldempfänger zu unterstützen. Der Umweltminister bezifferte
die durch die Ökosteuer zu erwartende Entlastung der Rentenversicherungsbeiträge
mit rund 2 Milliarden DM. Nach Auskunft des Bundestages hat die SPD-Fraktion
die angekündigten Entlastungsmaßnahmen für die erhöhten Mineralölpreise
begrüßt. Sie habe ihre zeitliche Begrenzung hervorgehoben, mit der auf
die Entwicklung der Energiepreise reagiert würde. Gleichzeitig habe
die Fraktion dazu aufgerufen, den Energieverbrauch weiter zu senken,
um damit auch gegen Erpressungen durch Konzerne und OPEC-Staaten gewappnet
zu sein. Die CDU/CSU-Fraktion habe der Regierung vorgeworfen, sie würde
den Gedanken der ökologisch nachhaltigen Entwicklung beschädigen und
umweltgerechtes Verhalten von Bürgern nicht belohnen. Die vorgestellten
Maßnahmen verbessern nach Ansicht von CDU/CSU das Konzept der Ökosteuer
insgesamt nicht. Schließlich könnten nicht alle Pendler auf öffentliche
Verkehrsmittel umsteigen. Demgegenüber hätten die Bündnisgrünen geltend
gemacht, dass umweltgerechtes Verhalten sehr wohl belohnt würde. So
gälten für Bahn und ÖPNV etwa der halbe Steuersatz. Auch die Markteinführung
nachhaltiger Energien würde gefördert. Von Seiten der F.D.P.-Fraktion
sei die Forderung nach einer Umlegung der KfZ-Steuer auf eine Mineralölsteuer
erneuert worden. Darüber hinaus habe sich die Fraktion gegen den Eindruck
verwahrt, Ökosteuer und regenerative Energien seien die einzige Lösung
für einen verbesserten Klimaschutz. Die PDS-Fraktion habe die Ökosteuer
als "Schritt in die richtige Richtung", bezeichnet.
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| 27.09.2000 |
BEE: Ökosteuer - notwendiger
Impuls für neue Energien und neue Technik
"Die Besteuerung
fossiler und nuclearer Energien ist ein notwendiges und marktkonformes
Instrument, um den Durchbruch für erneuerbare Energien und effiziente
Anwendungstechniken wie das Dreiliterauto zu schaffen" betont der Bundesverband
Erneuerbare Energie (BEE) in einer Stellungnahme. Die Verknappung von
Erdöl und Erdgas bei weltweit steigendem Verbrauch lasse in Zukunft
noch ganz andere Preissprünge als die jetzigen erwarten und die Zuspitzung
der Umweltbelastung sei hinreichend bekannt, so der BEE. "In dieser
Situation den Verbrauchern mit einer Kampagne gegen die Ökosteuer Sand
in die Augen zu streuen ist verantwortungslos und zeugt von einem erbärmlichen
Opportunismus" erklärt BEE Präsident Johannes Lackmann. Der BEE führt
aus: die Ausgaben für immer teurer werdende Importenergien seien dem
nationalen Wirtschaftskreislauf entzogen. Das Aufkommen aus der Ökosteuer
dagegen könne gezielt für einen sozialen Ausgleich steigender Importpreise
eingesetzt werden. Maßnahmen, die durch Umsteigen auf neue Energien
und neue Techniken sowohl die Importabhängigkeit wie auch die zunehmenden
Umweltbelastungen verringerten, trügen direkt zum Schutz der Wirtschaft
und der Verbraucher vor unkalkulierbaren Risiken bei. Das gelte insbesondere
für die nächste Generation, auf deren Kosten wir zur Zeit die preisgünstigen
Energievorräte verbrauchen würden. Die Alternativen zur herkömmlichen
Verschwendung von Energie sind, so der BEE, zum großen Teil schon entwickelt
und könnten durch Energiesteuern rentabel gemacht werden: "Die erneuerbaren
Energien werden einen wachsenden Anteil im Strommarkt, im Wärmemarkt
und längerfristig auch im Verkehrssektor übernehmen können und müssen.
Das Dreiliterauto ist längst entwickelt, VW spricht bereits vom 1- Liter-
Auto, das Null-Energie-Haus ist entwickelt und Güter gehören zum größeren
Teil auf die Bahn; der Markt dafür wird unter anderem durch höhere Energiepreise
geschaffen", so die angeführten Beispiele des Bundesverbandes Erneuerbare
Energie. Der Einsatz neuer Energietechnologien biete zukunftsfähige,
gesunde und vielfach außerordentlich reizvolle Arbeitsplätze. Nicht
die Abschaffung der Ökosteuern stehe nach Ansicht des BEE auf der Tagesordnung
sondern eine konsequente Anwendung dieses wichtigen Steuerungsinstruments.
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| 26.09.2000 |
Bauern-Protest
heute in Berlin und Nürnberg: Mahnfeuer und 500 Traktoren in und um Berlin
Nach Informationen
des Deutschen Bauernverbandes (DBV) protestieren heute 500 Bauern und
Bäuerinnen aus Brandenburg in und um Berlin mit Mahnfeuern und Traktoren-Konvois
gegen die im EU-Vergleich zu hohe Besteuerung von Energie für die deutsche
Landwirtschaft, Forstwirtschaft und den Gartenbau. Sie beteiligen sich
an der großen Sternfahrt nach Berlin der Spediteure und Taxifahrer. Mit
Mahnfeuern und Traktoren-Konvois geben die Bauern an neun weiteren Berliner
Einfahrtsstraßen ihrem Protest Ausdruck, so der DBV. In einer Auftaktveranstaltung
mit großem Mahnfeuer und Pressegespräch im Brandenburger Genshagen vor
den Toren von Berlin betonte der Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg,
Heinz-Dieter Nieschke, dass sich die deutsche Landwirtschaft als drittgrößter
Agrarproduzent mit aller Entschiedenheit gegen die groteske Ungleichheit
bei der Besteuerung des wichtigen Produktionsfaktors Energie im europäischen
Wettbewerb mit aller Entschiedenheit wehrt. Die Besteuerung des für die
Landwirtschaft wichtigsten Energieträgers Diesel drifte immer weiter auseinander
und entwickele sich zunehmend zu einem Wettbewerbsinstrument zu Lasten
der deutschen Landwirtschaft. Anhand seines Betriebes dokumentierte Nieschke,
dass ein Ackerbaubetrieb eine Mehrbelastung durch Ökosteuer und erhöhtem
Steuersatz für Agrardiesel in Höhe von 2.500 bis 4.000 D-Mark habe. Der
stellvertretende Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV),
Adalbert Kienle, forderte von der Bundesregierung Gerechtigkeit und Fairness,
damit sich die deutsche Landwirtschaft im harten Markt behaupten könne.
Er zeigte die Wettbewerbssituation in der Europäischen Union auf, bei
der zum Beispiel die Bauern in Dänemark eine vollständige Befreiung von
der Agrardieselsteuer erhalten würden während die deutschen Landwirte
ab 1.1.2001 57 Pfennig Steuer für einen Liter Diesel zahlen müssten. Am
Mittag werde Kienle einen Offenen Brief vor dem Reichstag dem Agrarsprecher
der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Weisheit, übergeben. In diesem Offenen
Brief fordern die deutschen Bauern, den Steuersatz für Agrardiesel auf
den Satz von Heizöl zu senken, so wie dies auch in anderen EU-Ländern
der Fall ist. Denn durch die Preissteigerungen bei Energie und die nationalen
Steuererhöhungen erhöhten sich die Kosten der deutschen Bauern zusätzlich
um 3,4 Milliarden D-Mark im Jahr, so der DBV. Dies stehe im krassen Widerspruch
zu den Aussagen und Versprechungen von Bundesregierung und Bundeslandwirtschaftsminister,
Wettbewerbsgleichheit in der EU herzustellen. "Die Bundesregierung macht
sich zum Verursacher von Einkommenseinbußen und Existenzgefährdungen in
der deutschen Landwirtschaft, Forstwirtschaft und im Gartenbau", heißt
es in dem Offenen Brief. Auch in anderen Bundesländern setzten sich die
Bauerndemonstrationen im Schulterschluss mit dem Transportgewerbe fort.
So finde heute in Nürnberg eine Traktoren-Sternfahrt in die Innenstadt
statt. Auch in Bayreuth und Ansbach hätten Bauern gegen ungleiche Steuerbelastung
für Energie in der EU protestiert. Die Landesbauernverbände haben Sternfahrten
mit Traktoren für den 27. September in Dresden und ebenso in Kiel, in
Düsseldorf für den 28. September und in Erfurt für den 29. September angekündigt. |
| 22.09.2000 |
IWR:
Hohe Ölpreise - Einstieg in die Brennstoffzellen-Technologie
Eine mögliche Antwort auf die hohen Ölpreise ist nach Ansicht des Internationalen
Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR), Münster, der verstärkte
Einstieg in die Brennstoffzellen-Technologie. "Wir brauchen in Deutschland
ein kombiniertes Forschungs- und Markteinführungsprogramm für die Brennstoffzelle,
um auf diesem industriepolitisch wichtigen Zukunftsgebiet international
wettbewerbsfähig zu werden", sagte Dr. Norbert Allnoch, Leiter des Internationalen
Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) in Münster. Während in den
USA die energie- und industriepolitischen Zeichen der Zeit bereits erkannt
werden, mangelt es in Deutschland noch an der Sensibilität für dieses
Thema. Die Vorgabe des US-Staates Kalifornien, dass Automobilhersteller
ab dem Jahr 2003 ein Null-Emissionsauto vorhalten müssen, hat auch die
Entwicklung auf dem Gebiet der Brennstoffzelle bereits erheblich beflügelt.
Eine solche Vorgabe wäre auch für Deutschland bzw. die EU sinnvoll und
würde neben den verstärkten Forschungsaktivitäten vor allem auf Grund
der sich eröffnenden breiten Anwendungsgebiete neue und zukunftsfähige
Arbeitsplätze in Deutschland sichern helfen, so Allnoch. Hinweis: In der
Brennstoffzelle kann Strom und Wärme auf der Basis eines elektrochemischen
Prozesses zwischen Wasserstoff und Sauerstoff mit einer höheren Energieeffizienz
als auf herkömmlichem Wege erzeugt werden. |
| 21.09.2000 |
Tipps
und Tricks zum Sparen von Heizenergie
Sei der Einführung
der Ökosteuer blasen die gestiegenen Heizölpreise dem Verbraucher wie
ein eisiger Wind ins Gesicht, dies teilte das Verbrauchermagazin soeben
mit. Damit er sich dabei nicht warm anziehen müsse und es zu Hause weiter
mollig warm und gemütlich habe, gebe das Verbrauchermagazin Tipps, wie
man bis zu 50% Heizenergie sparen könne und dabei den Geldbeutel schone.
Das Verbrauchermagazin hat zu diesem Thema die Broschüre "Heizenergie
sparen" herausgegeben. Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.dasverbrauchermagazin.de
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| 18.09.2000 |
DAG: Ökosteuer nicht aussetzen
Die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft
(DAG) hat nach eigenen Angaben davor gewarnt, als Reaktion auf die gestiegenen
Ölpreise die nächsten Stufen der Ökosteuer auszusetzen. "Mit dem Aufkommen
aus der Ökosteuer sind die Beiträge zur Rentenversicherung abgesenkt
worden; auf diese Weise konnten die Nettoeinkommen der Arbeitnehmer
verbessert und der Faktor Arbeit entlastet werden," erklärte die stellvertretende
DAG-Vorsitzende Ursula Konitzer am Samstag in Walsrode/Niedersachsen
bei der "17. Energie- und umwelt-politischen Bundestagung" ihrer Organisation.
Der Weg der Stabilisierung der Sozialversicherungsbeiträge durch eine
ressourcenschonendere Wirtschaftsweise müsse fortgesetzt werden. Dieses
Ziel der Ökosteuer dürfe nicht wegen der gegenwärtigen machtpolitisch
mißbräuchlichen Förderpolitik der OPEC-Staaten infrage gestellt werden,
vielmehr müssten die einzelnen Steuerschritte planbar und verlässlich
sein. Die Gewerkschafterin forderte die Bundesregierung allerdings auf,
die Kilometerpauschale in eine verbesserte, verkehrsmittelunabhängige
Entfernungspauschale umzuwandeln, verlautete von der DAG. Die DAG-Vizechefin
begrüßte bei der Tagung ferner ausdrücklich die neuen gesetzlichen Regelungen
zur Förderung von Kraft-Wärme-Kopplung und Erneuerbaren Energien, so
die Gewerkschaft. Auch die Einigung über einen künftigen Atomausstieg
finde die grundsätzliche Anerkennung der DAG. "Wir vermissen jedoch
konstruktive Beiträge der Energiewirtschaft zur Qualifizierung und Beschäftigungssicherung
in der Branche", unterstrich Frau Konitzer. Sie wies in diesem Zusammenhang
darauf hin, dass die Öffnung des Strommarktes vor zwei Jahren nicht
nur zur Senkung des Strompreises, sondern auch zu einem erheblichen
Verlust an Arbeitsplätzen geführt habe. Das Vertrauen der Beschäftigten
in die positiven Aspekte des Strukturwandels könne nur zurückgewonnen
werden, wenn ihnen auch in den neuen Sektoren der Energiewirtschaft
die Perspektive attraktiver und anspruchsvoller Arbeitsplätze geboten
werde, so die DAG abschließend.
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| 15.09.2000 |
DEHOGA fordert sofortiges
Aussetzen der Ökosteuer
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) fordere sofortiges
Aussetzen und Nachbessern der Ökosteuer, um Standortnachteile für Gastgewerbe
und Hotellerie im internationalen Wettbewerb zu vermeinden, so die Verlautbarung
aus dem Verband. "Die steigenden Benzinpreise haben gravierende Auswirkungen
auf den Tourismusstandort Deutschland und somit für das Gastgewerbe",
warnt Dr. Erich Kaub, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes,
DEHOGA. So lasse die durch die Ökosteuer verursachte Kaufkraftabschöpfung
erhebliche Konsumeinbrüche beim Ausgabeverhalten der Kunden in der Tourismuswirtschaft
befürchten. Daher plädiere der Verband für ein sofortiges Aussetzen
der Ökosteuer sowie für eine generelle Einbeziehung des Gastgewerbes
in die gesetzlichen Ausnahmetatbestände. Als Hauptleistungsträger des
Tourismus seien Hotellerie und Gastgewerbe - als energieintensive Branche
- von den Auswirkungen der Ökosteuer besonders stark betroffen. Nach
Berechnungen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes entstehe
beispielsweise - selbst bei umweltfreundlich geführten Hotels - für
die Hotellerie eine durchschnittliche Netto-Mehrbelastung von jährlich
rund 10.000 Mark pro Betrieb. Diese Belastung durch die Öko-Steuerreform
müsse wieder ausgeglichen werden, um Standortnachteile für die Branche
im internationalen Wettbewerb zu verringern. "Wir fordern nachdrücklich
eine Einbeziehung des Gastgewerbes in die gesetzlichen Ausnahmetatbestände",
so Dr. Kaub. "Das Dienstleistungsgewerbe darf gegenüber dem produzierenden
Gewerbe nicht weiter diskriminiert werden". Das Gastgewerbe sei in Deutschland
ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. In 250.000 Betrieben mit über 1,13
Millionen Beschäftigten werden in Deutschland mehr als 110 Milliarden
Mark Umsatz erzielt, so DEHOGA-Angaben. Somit trage Hotellerie und Gastronomie
wesentlich zum wirtschaftlichen Wachstum bei.
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| 15.09.2000 |
BMU:
Fragen und Antworten zur Ökologischen Steuerreform
Die Ökologische Steuerreform
steht derzeit im Zentrum der öffentlichen Diskussion. Auslöser sind die
gestiegenen Kraftstoff- und Heizstoffpreise. Das Bundesumweltministerium
hat unter der Adresse http://www.bmu.de
einige Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengestellt. |