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29.06.2012, 14:48 Uhr

BUND: Netzbetreiber tricksen bei Netzplanung

Berlin – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wirft den Netzbetreibern vor, bei ihren Planungen zum Netzausbau von einer viel zu hohen künftigen Strommenge aus Kohlekraftwerken auszugehen. Dies ist das Ergebnis einer Analyse des Netzentwicklungsplans, die der BUND vorgelegt hat. Nach Angaben des Naturschutzverbandes liegen die prognostizierten Strommengen aus Kohlekraftwerken für das Jahr 2022 mit fast 250 TWh bis zu 100 TWh über den aktuellen Annahmen in den Energieszenarien der Bundesregierung. Rein rechnerisch entspräche dieser Unterschied der Stromproduktion von über 30 Kohlekraftwerken und einem Mehr-Ausstoß von etwa 90 Mio. t CO2 im Jahr 2022. Mit diesen Zahlen würden sich die Netzbetreiber weit von der gesetzlichen Vorgabe entfernen, die Netzausbauplanung nach den energiepolitischen Zielen der Bundesregierung auszurichten, so der BUND.

Rechentricks sorgen für Erhöhung des Kohlestromanteils

Aus Sicht des BUND haben die Netzbetreiber zur Anhebung der Strommengen auf rechentechnische Tricksereien zurückgegriffen. Zwar hätten die Netzbetreiber die von der Bundesnetzagentur vorgeschriebene reduzierte Leistung von Kohlekraftwerken für ihre Berechnungen akzeptiert. Gleichzeitig hätten sie jedoch die Auslastung der Kohlekraftwerke in ihren Annahmen drastisch erhöht und damit auch die produzierte Strommenge.

Netzentwicklungsplan so nicht tragbar

"Mit dieser Manipulation von Zahlen hebeln die Übertragungsnetzbetreiber die Energiewende doppelt aus: indem der Weg für mehr Kohlekraft frei und der Bevölkerung der Netzausbau madig gemacht wird. Diese Taschenspielertricks dürfen die Bundesnetzagentur und die Bundesregierung auf keinen Fall als Grundlage für die weitere Netzplanung akzeptieren", fordert der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Folge dieser Prognose wäre ein ungerechtfertigter, überdimensionierter Ausbau des Stromnetzes. Die Netzbetreiber müssten ihren Plan umgehend überarbeiten und die Strommengen den energiepolitischen Zielen der Bundesregierung anpassen, so Weiger weiter.

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