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15.03.2017, 12:00 Uhr

Weltweit erster Brennstoffzellen-Zug erfolgreich getestet

Salzgitter – Die Bundesregierung setzt sich im Schienenverkehr für umweltfreundliche Alternativen zu Dieselloks ein. Dort, wo das Stromnetz der Bahn nicht ausgebaut ist, und das sind immerhin 60 Prozent des Schienennetzes in Deutschland, könnten bald Brennstoffzellen-Züge als emissionsarme Variante fahren.

Deutschland unterstützt die Entwicklung des weltweit ersten Triebzugs mit Brennstoffzellenantrieb durch den französischen Industriekonzern Alstom mit knapp acht Millionen Euro im Rahmen des "Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff und Brennstoffzelle". Nun berichtet Alstom über die erste Testfahrt.

Probetrieb mit Passagieren ab 2018

Alstom hat die erste Testfahrt mit dem weltweit einzigen brennstoffzellenbetriebenen Personenzug Coradia iLint erfolgreich durchgeführt. Auf der werkseigenen Teststrecke in Salzgitter in Niedersachsen erreichte der Zug eine Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometer (80 km/h). Nun folgt eine folgt eine umfangreiche Testkampagne in Deutschland und Tschechien in den nächsten Monaten. Dann soll der Zug Anfang 2018 auf der Strecke Buxtehude–Bremervörde–Bremerhaven–Cuxhaven in den Probebetrieb mit Fahrgästen gehen.

Lok emittiert nur Wasserdampf und Kondenswasser

Der Coradia iLint ist laut Alstom der weltweit erste Niederflur-Personenzug, der mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle betrieben wird. Die Brennstoffzelle erzeugt den Strom für den Antrieb und emittiert lediglich Wasserdampf und Kondenswasser. Die Energiespeicherung ist flexibel, dafür sorgen Batterien sowie ein smartes Management von Antriebskraft und verfügbarer Energie. Die Testfahrten erfolgen auf der werkseigenen Strecke in Salzgitter bei 80 km/h und in Velim (Tschechien) bei bis zu 140 km/h, der Höchstgeschwindigkeit des Coradia iLint.

Alstom unterstützt Wasserstoffgewinnung aus Windkraft

Entscheidend für die Umweltbilanz eines solchen Brennstoffzellen-Zuges sind aber nicht nur die Emissionen während des Betriebs, sondern auch die Gewinnung des Wasserstoffs. Für Testzwecke wurde in Salzgitter eine mobile Wasserstofftankstelle errichtet. Diese pumpt den gasförmigen Wasserstoff in den Druckspeicher des Coradia iLint. Der für die Testfahrten verwendete Wasserstoff ist das Nebenprodukt eines industriellen Prozesses und wird hier als Abfallprodukt weiterverwendet. Langfristig unterstützt Alstom nach eigenen Angaben die Wasserstoffgewinnung aus Windkraft. Das Projekt mit dem Brennstoffzellen-Passagierzug von Alstom profitiert von der Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums (BMVI), das für die nicht-elektrifizierten Strecken den Einsatz umweltfreundlicher Triebzüge plant. Alstom hat bereits Absichtserklärungen für 60 Züge mit den Bundesländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und dem hessischen Aufgabenträger Rhein-Main-Verkehrsverbund unterzeichnet.

Quelle: IWR Online

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