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09.07.2018, 15:54 Uhr

Braunkohle-Verstromung sinkt im ersten Halbjahr 2018 in Europa

Münster - Die Stromerzeugung aus Braunkohle in Europa ist im ersten Halbjahr 2018 auf 132 Milliarden Kilowattstunden gesunken. Dabei stammt fast 50 Prozent des europäischen Braunkohlestroms aus Deutschland.

Der Energieträger Braunkohle wird noch in 11 von 28 EU-Staaten zur Stromversorgung eingesetzt. Nach einer IWR-Auswertung der Daten der europäischen Netzbetreiber sinkt die Einspeisung aus Braunkohle-Kraftwerken im ersten Halbjahr 2018 um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der höchste Minderungsbeitrag entfällt danach auf Bulgarien.

Strom: EU-Staaten setzen im ersten Halbjahr 2018 weniger Braunkohle ein

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 wurden in den EU-Staaten insgesamt rd. 132 Mrd. kWh Strom (1. HJ 2017: 136,9 Mrd. kWh) aus Braunkohle erzeugt und in die Netze eingespeist. Das ist ein Rückgang um 3,6 Prozent(4,9 Mrd. kWh) im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017. Auf Platz 1 im Länder-Ranking der Braunkohle-Verstromung in der EU rangiert 2018 weiterhin Deutschland mit einer Netzeinspeisung in Höhe von 65 Mrd. kWh, vor Polen (22,1 Mrd. kWh), Tschechische Republik (16,5 Mrd. kWh), Bulgarien (8,4 Mrd. kWh), Rumänien (7,4 Mrd. kWh), Griechenland (7 Mrd. kWh), Ungarn (2,1 Mrd. kWh), Slowenien (1,8 Mrd. kWh), Spanien (1 Mrd. kWh) und Slowakei (740 Mio. kWh).

Braunkohle-Rückgang in Bulgarien, Polen und Spanien am höchsten

Mit einem Minus um 3,6 Prozent bei der Braunkohle-Verstromung setzt sich der seit Jahren anhaltende EU-Rückgang in den EU-Staaten auch 2018 fort. Der höchste absolut betrachtete EU-Minderungsbeitrag entfällt in den ersten sechs Monaten 2018 auf Bulgarien mit einem Minus von 2,3 Mrd. kWh, vor Spanien (- 782,3 Mio. kWh) und Polen (- 781 Mio. kWh). Griechenland folgt auf Rang vier (- 697 Mio. kWh), vor Deutschland (- 693 Mio. kWh). Ein Anstieg der Braunkohle-Verstromung ist dagegen in der Tschechischen Republik, in Rumänien und Ungarn zu verzeichnen.

Über die Statistiken der europäischen Netzbetreiber zur Braunkohle-Verstromung

Die Statistiken der europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) sind von den Energiestatistiken zur Bruttostromerzeugung eines Landes bzw. eines Energieträgers zu unterscheiden. Sie geben zeitlich hochauflösend auf der Basis der den ÜNB vorliegenden Daten die Einspeisung in die Stromnetze wider. Dabei sind beispielsweise der Eigenverbrauch von Einzelanlagen, Industrieanlagen ohne Netzanbindung oder Anlagen auf Verteil-Netzebene, Leitungsverluste zum Einspeisepunkt, etc. derzeit teilweise nicht berücksichtigt. Dennoch bieten die Daten der europäischen ÜNB im Sinne der Transparenz einen einzigartigen Einblick in die tagesaktuelle Stromerzeugungsstruktur der EU-Länder. Von den 28 EU-Staaten liegen derzeit Daten der Übertragungsnetzbetreiber von 24 Ländern vor, Daten aus Luxemburg, Malta, Kroatien und Irland sind noch nicht verfügbar. Von diesen Ländern setzt Kroatien zwar Braunkohle zur Verstromung ein, der Anteil ist aber lt. Eurostat mit 20 Mio. kWh Bruttostromerzeugung für das ganze Jahr 2016 zu vernachlässigen. In Irland wird Torf zur Stromerzeugung eingesetzt, der aus Gründen der statistischen Abgrenzung nicht zur Braunkohle zählt.

Quelle: IWR Online

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