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07.11.2018, 10:03 Uhr

Analyse: Eigenverbrauch von PV-Strom zieht ab 2021 stark an

Frankfurt – Mit dem Ende des 20-jährigen Vergütungszeitraumes stellt sich für viele Betreiber von Photovoltaik-Anlagen bereits ab 2021 die Frage, in welcher Form ein Weiterbetrieb wirtschaftlich ist. Ganz hoch im Kurs steht nach einer aktuellen Analyse der Eigenverbrauch des erzeugten PV-Stroms.

Der Eigenverbrauch von PV-Strom nach dem Auslaufen der EEG-Vergütung ist für die Betreiber von typischen PV-Dachanlagen deutlich lukrativer als die Vermarktung des Stroms über die Strombörse. Wird zusätzlich ein Stromspeicher eingebunden, wird der Eigenverbrauch für die Betreiber von PV-Anlagen noch günstiger.

Selbstversorgung mit PV-Strom wirtschaftlichste Option

Ab 2021 fallen immer mehr Solaranlagen aus der EEG-Festvergütung. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) erwartet nach einer Analyse zum Weiterbetrieb der Anlagen, dass sich Eigentümer von typischen PV-Dachanlagen auf Einfamilienhäusern nach dem Ende der Vergütungsphase zunehmend selbst mit dem erzeugten PV-Strom versorgen.

Grund: Für Anlagen-Betreiber wird es i.d.R. deutlich lukrativer sein, den Strom im eigenen Haushalt zu verbrauchen, anstatt ihn an der Börse zu verkaufen. So prognostiziert PwC, dass Eigentümer von PV-Anlagen, die 2021 aus der EEG-Vergütung fallen, mit dem Stromverkauf an der Börse im Schnitt nur 163 Euro pro Jahr erlösen können. Wenn sie den Strom selbst verbrauchen, sparen sie dagegen unterm Strich 533 Euro pro Jahr – der finanzielle Vorteil ist also mehr als dreimal so hoch.

Der Vorteil steigt der Prognose zufolge auf 543 Euro pro Jahr, wenn Betreiber einen Stromspeicher einsetzen. Denn dann könnten sie einen deutlich höheren Anteil des erzeugten Stromes selbst nutzen. In der Zukunft wird diese Option noch lukrativer, weil die Speicherpreise nach Einschätzung von PwC auch nach 2021 weiter kräftig sinken.

Während der finanzielle Vorteil der Option „Eigenverbrauch plus Speicher“ kräftig wächst, dürften die – ohnehin weitaus niedrigeren – Erlöse durch den Stromverkauf an der Börse dagegen nur moderat steigen. „Damit spricht alles dafür, dass Betreiber überwiegend auf Eigenverbrauch setzen, wenn die EEG-Förderung endet“, so Norbert Schwieters, Leiter Energiewirtschaft bei PwC.

Energieversorger und Politik gefordert

Diese Entwicklung stellt Energieversorger vor große Herausforderungen, da sie im Lauf des nächsten Jahrzehnts von Kunden, die sich für die Selbstversorgung entscheiden, Strommengen verlieren. Entscheidungsträgern empfiehlt PwC daher, schont jetzt zu prüfen, wie sie darauf reagieren. Eine Option sei, als Plattformanbieter die zukünftigen dezentralen Technologien zu vernetzen und Produkte dazu anbieten.

Neben Energieversorgern betrifft das Thema aber auch Netzbetreiber und die Politik, da Selbstversorger keine Netzentgelte mehr zahlen. In der Folge dürften die Entgelte für die verbleibenden Stromverbraucher vermutlich steigen. „Verantwortliche bei den Netzbetreibern und in der Politik sind deshalb gut beraten, sich frühzeitig mit dem Trend zum Eigenverbrauch zu befassen. Zudem sollte die Stabilität der Netze aufgrund unterschiedlicher Entwicklungen von Erzeugern und Verbrauchern sowie ihres Verhaltens überprüft werden“, so Schwieters weiter.

Quelle: IWR Online

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