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08.10.2019, 11:59 Uhr

BDEW fordert Beschleunigung der Wärmewende

Berlin - Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat eine Studie zum Heizungsmarkt in Deutschland veröffentlicht. Um die Wärmewende zu beschleunigen, fordert der Verband zusätzliche Anstrengungen von der Bundesregierung auf dem Wärmemarkt.

Ein Blick auf die Modernisierungs- und Energiesparmaßnahmen in Gebäuden der vergangenen Jahre zeigt: Am häufigsten wurde die Heizung erneuert, gefolgt von der Erneuerung der Fenster und der Dämmung von Außenwänden, Dach oder Kellerdecke. Sanierungen finden dabei in Ein- und Zweifamilienhäusern deutlich häufiger statt als in Mehrfamilienhäusern. Beim Wechsel des Energieträgers ist auf dem Heizungsmarkt ist vor allem Erdgas gefragt. Das geht aus einer Studie des BDEW hervor.

Heizungskunden bevorzugen bei Energieträgerwechsel Erdgas

Geht mit der Erneuerung der Heizung auch ein Wechsel des Energieträgers einher, entscheiden sich die meisten Kunden für Erdgas: Seit 2009 haben über 80 Prozent zu einem gasbetriebenen Heizungssystem gewechselt. In rd. 275.000 Gebäuden wurden Ölheizungen auf Erdgas umgestellt, in rd. 17.000 Gebäuden Öl auf Fernwärme. Das zeigt die repräsentative BDEW-Studie „Wie heizt Deutschland?“. Die Studie zeigt zudem eine hohe Zufriedenheit mit leitungsgebundenen Energieträgern: Am besten bewertet wird die Fernwärme (Durchschnittsnote 2,0), gefolgt von der Gasheizung (2,1) und der Elektro-Wärmepumpe (2,2). Dahinter folgen mit deutlichem Abstand Ölheizungen (2,6) und mit Strom betriebene Nachtspeicheröfen (3,1).

„Der Energieträgerwechsel ist ein wichtiger Schritt zur schnellen Senkung der CO2-Emissionen im Wärmemarkt“, kommentiert der Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Stefan Kapferer. Allerdings werden große CO2-Einsparpotenziale derzeit noch nicht genutzt. Nach der BDEW-Studie liegen rd. 2,7 Millionen Gebäude mit einer Ölheizung in einem Gebiet, das ohnehin mit einer Gasleitung oder einem Fernwärmenetz verbunden ist. „Hier ließen sich recht schnell und unkompliziert 14 Millionen Tonnen CO2 vermeiden“, so Kapferer weiter.

Hinzu komme, so der BDEW, dass sich moderne Gasheizungen schon heute ohne technische Umstellung auch mit grünen Gasen wie Biomethan und künftig auch mit Wasserstoff betreiben lassen. So könnten Verbraucher das Potenzial moderner Gastechnik auf Erneuerbaren-Basis weit über 2030 hinaus ausschöpfen und einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten.

BDEW fordert technologieoffene Rahmenbedingungen für Heizungsmodernisierung

Mit Blick auf eine Beschleunigung der Energiewende im Wärmemarkt fordert der BDEW, dass die Bundesregierung Maßnahmen ergreifen müsse, die einen schnellen und weitreichenden Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen im Wärmemarkt leisten. „Es ist längst überfällig, dass mit dem Klimaschutzpaket die steuerliche Absetzbarkeit von energetischen Sanierungen im Gebäudebereich eingeführt werden soll“, so Kapferer. Auch bei weiteren Fördermechanismen sei es wichtig, dass sie praktikabel ausgestaltet sind und die Bürger sie mit überschaubarem Aufwand in Anspruch nehmen können. „Das kann die dringend notwendige Modernisierungsoffensive im Wärmemarkt ankurbeln“, so Kapferer weiter.

Quelle: IWR Online

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