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19.02.2021, 14:42 Uhr

Initiative kombiniert schwimmende Offshore-WEA mit Meerwasser-Entsalzung

Potsdam - Die Technologie zum Einsatz schwimmender Offshore-Windenergieanlagen (WEA) entwickelt sich weltweit dynamisch und verspricht große zusätzliche Potenziale für die Windstromproduktion. Eine europäische Industrieinitiative möchte die Technologie für die Trinkwasserversorgung optimieren.

Eine Initiative unter Leitung des Potsdamer Unternehmens Synlift zeigt mit ihrem Konzept für schwimmende Offshore-Windenergieanlagen eine Option auf, um zusätzliche Potenziale im Bereich der Meerwasser-Entsalzung zu erschließen. Aufgrund der mobilen Auslegung könnte in vielen Regionen der Erde die Trinkwasserversorgung verbessert werden. Ein Pilotprojekt soll im Mittleren Osten realisiert werden.

Pilotprojekt zur Meerwasser-Entsalzung im Mittleren Osten geplant

Mit schwimmenden Offshore-Windenergieanlagen können auch Meeresregionen mit großen Wassertiefen zur Stromerzeugung genutzt werden. Ein Industriekonsortium unter Leitung der in Potsdam ansässigen Firma SYNLIFT Industrial Products GmbH & Co. KG (SIP) möchte mit dem schwimmenden Wasserwerk Floating Winddesal (FWD) die Windstromerzeugung mit einer Meerwasser-Entsalzung koppeln, um sauberes Trinkwasser zu erzeugen. FWD besteht im Kern aus einer Meerwasser-Entsalzungsanlage und einer Windturbine, die beide von einer schwimmenden Halbtaucher-Struktur getragen werden.

Neben der für die Leitung und Generalplanung zuständigen Synlift sind als weitere Industriepartner Thyssenkrupp Industrial Solutions, Crist Shipyard und Synlift Industrial Products sowie der Technologiepartner Prysmian Group, Boll & Kirch Filterbau, Aerovide, Stogda Ship Design & Engineering und EMS Maritime Offshore in die Initiative involviert. Ein erstes Projekt, voraussichtlich im Mittleren Osten, soll noch im Jahr 2021 beginnen.

Meerwasser-Entsalzung fast vollständig über Offshore-WEA

Durch die innovative Kombination von flexibler Prozessführung, integriertem Energie- & Lastmanagement und Extra-Long-Blade-Windtechnologie wird die Meerwasser-Entsalzung nahezu vollständig mit Windenergie betrieben. Je nach Modulgröße beträgt die tägliche Wasseraufbereitung durch das Öko-Wasserwerk 15.000, 30.000 bzw. 50.000 m3 pro Tag. Mit dem größten FWD-Modul kann nach Angaben von Synlift Trinkwasser für bis zu 500.000 Menschen bereitgestellt werden.

Mit der ursprünglich für Tiefsee-Ölbohrungen entwickelten und nun zunehmend auch für Offshore-Windenergie genutzten Halbtaucher-Technologie können auch Standorte mit größerer Meerestiefe vergleichsweise kosteneffizient genutzt und der Eingriff durch die Meerwasser-Entsalzung in die maritime und terrestrische Umwelt minimiert werden.

Die schwimmende Lösung kann zudem auch für die Notfallversorgung sowie für temporäre Einsätze aller Art vergleichsweise kurzfristig mobilisiert werden: „Unsere Anlage ist mobil. Sie kann bei Bedarf auf dem Seeweg auch an andere Standorte verlegt werden. Dadurch können Sicherheiten und Garantien, wie sie für den Langzeitbetrieb stationärer Entsalzungsanlagen an Land üblicherweise vom Kunden bereitgestellt werden müssen, deutlich reduziert werden oder sind bestenfalls gar nicht erforderlich“, so FWD-Projektleiter Joachim Käufler. Mit FWD könne deshalb eine nachhaltige und kostengünstige Meerwasser-Entsalzung auch an Standorten ermöglicht werden, an denen eine konventionelle Entsalzung gar nicht finanzierbar wäre, so Käufler weiter.

Aus Sicht der Industrieinitiative kann Floating Winddesal einen wichtigen und konsequenten Beitrag zur Lösung der großen Herausforderung „Versorgung der globalen Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser“ liefern und vereint dabei zudem die Aspekte Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit.

Quelle: IWR Online

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