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06.10.2021, 15:06 Uhr

Physik-Nobelpreis 2021: Klaus Hasselmann für Klimamodellierung ausgezeichnet

Stockholm / Schweden, Hamburg - Der Nobelpreis für Physik geht im Jahr 2021 wie im Vorjahr an einen deutschen Preisträger. Zusammen mit dem US-Amerikaner Syukuro Manabe erhält der deutsche Klimaforscher Klaus Hasselmann den Preis für fundamentale Beiträge zur Klimaforschung.

Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm vergibt den Nobelpreis für Physik in diesem Jahr gleich an drei Preisträger. Eine Hälfte des mit 10 Millionen Schwedischen Kronen (rd. 980.000 Euro) dotierten Preises erhalten Klaus Hasselmann aus Deutschland und Syukuro Manabe aus den USA dafür, dass sie mit ihren Arbeiten den Grundstein für das Wissen über das Klima der Erde und darüber, wie der Mensch es beeinflusst, gelegt haben. Die andere Hälfte des Preises geht an Giorgio Parisi, der für seine revolutionären Beiträge zur Theorie ungeordneter Materialien und Zufallsprozesse ausgezeichnet wird.

Zusammenhang zwischen steigender CO2-Konzentration und Erderwärmung nachgewiesen

Der deutsche Klimaforscher Klaus Hasselmann, ehemaliger Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg, hat unter anderem ein Modell entwickelt, wie Wetter und Klima zusammenhängen, wie also kurzfristige chaotische und wechselhafte Wetterphänomene wie Niederschläge mit langfristigen Entwicklungen wie Ozeanströmungen wechselwirken. Er lieferte so Belege, warum Klimamodelle trotz kurzfristiger Wetterschwankungen zuverlässige Vorhersagen liefern können. Auf diese Weise wies er den Zusammenhang zwischen dem Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre und der Erderwärmung nach.

Der 89-Jährige Hasselmann entwickelte auch Methoden zur Identifizierung spezifischer Signale, Fingerabdrücke, die sowohl natürliche Phänomene als auch menschliche Aktivitäten im Klima hinterlassen. Mit seinen Methoden konnte er nachweisen, dass der Temperaturanstieg in der Atmosphäre auf den der CO2-Ausstoß des Menschen zurückzuführen ist.

Der 89-Jährige beschäftigte sich schon früh mit dem menschengemachten Klimawandel und dem Treibhauseffekt. In einem Interview von 1988 sagte Hasselmann bereits vorausschauend: "In 30 bis 100 Jahren, je nachdem, wieviel fossiles Brennmaterial wir verbrauchen, wird auf uns eine ganz erhebliche Klimaänderung zukommen. Klimazonen werden sich verschieben, Niederschläge anders verteilen. Dann wird man nicht mehr von Zufallsergebnissen reden können."

Max-Planck-Gesellschaft und Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung begrüßen Preisvergabe

Martin Stratmann, der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, gratulierte Klaus Hasselmann herzlich zum Nobelpreis für Physik. "Als Gründungsdirektor unseres Max-Planck-Instituts für Meteorologie haben er und seine Kollegen in Hamburg wie auch die Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz die Erdsystemforschung in Deutschland in den 1970er- und 1980er-Jahren maßgeblich vorangetrieben und international anschlussfähig gemacht", so Stratmann. Dass daraus gleich zwei Nobelpreise resultierten - der Nobelpreis für Chemie an Paul Crutzen 1995 und nun 26 Jahre später der Nobelpreis für Physik an Klaus Hasselmann - sei für die Max-Planck-Gesellschaft ein großartiger Erfolg und gleichzeitig eine Verpflichtung, auf diesem Feld auch weiterhin zum Wohle der Menschheit zu forschen, so Stratmann weiter.

Für die Direktoren des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Johan Rockström und Ottmar Edenhofer, stellt die Preisverleihung an Klaus Hasselmann eine fantastische Anerkennung dafür dar, wie fundamental die Erdsystemmodellierung das Verständnis der enormen Risiken des Klimawandels vorangebracht hat. „Dies ist nicht nur von höchster wissenschaftlicher Relevanz, sondern auch die Grundlage für die Arbeit an einer sicheren Klimazukunft für alle Menschen auf unserem Planeten“, so die beiden Direktoren in ihrem Statement. „Klaus Hasselmann ist wirklich einer der Helden unseres Forschungsfeldes, er ist einer der Gründer der modernen Klimawissenschaft - und auch einer der Gründer des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung“, so Rockström und Edenhofer. „Wir schulden ihm mehr als Worte sagen können“, so das Fazit der beiden Direktoren.

Quelle: IWR Online

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