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18.06.2024, 15:24 Uhr

Pilotprojekt: Transnet BW und Octopus wollen E-Auto-Flexibilität für Netzstabilisierung nutzbar machen

Stuttgart, München - Der Ausbau der regenerativen Energien und andere energiewendebedingte Veränderungen haben dazu geführt, dass der Bedarf an Maßnahmen zum Netzengpassmanagement bei den Netzbetreibern steigt. Transnet BW und Octopus Energy erproben gemeinsam Möglichkeiten zur Erhöhung des Flexibilitätspotenzials durch intelligentes Laden von Elektrofahrzeugen.

Der Übertragungsnetzbetreiber Transnet BW und das Energieunternehmen Octopus Energy starten ein gemeinsames Pilotprojekt zur Nutzung von Kleinstflexibilität aus batterieelektrischen Fahrzeugen (Battery Electric Vehicle - BEV). Ziel der Partner ist es, im Rahmen des sog. OctoFlexBW-Projekts die Netzstabilität in Baden-Württemberg durch intelligentes Lademanagement der BEV zu erhöhen und den komplementären, marktbasierten Redispatch zu erproben.

Octopus Energy-Kunden laden günstiger und erhöhen Netzstabilität in Baden-Württemberg

Die Idee hinter dem Projekt OctoFlexBW von Transnet BW und Ocotpus ist einfach: Octopus Energy gibt an, welche Kapazität es bei hoher Netzauslastung bewegen kann. Bei Engpässen kann Transnet BW diese Kapazität abrufen, woraufhin Octopus die Ladevorgänge im Rahmen seiner smarten E-Auto-Tarife in günstigere Zeiten verschiebt. So profitieren einerseits die Kunden finanziell durch günstigen Ladestrom und gleichzeitig wird das Netz entlastet. Im Rahmen des einjährigen Pilotprojektes sollen die geplanten Ladevorgänge von bis zu 1.500 BEVs von Octopus Kunden in der Regelzone von Transnet BW netzdienlich gesteuert werden. Die gewonnenen Daten werden nach Einschätzung von Transnet BW Rückschlüsse auf die Endkundenakzeptanz, die Zuverlässigkeit der Flexibilitätsbereitstellung, das Produktdesign und das zukünftige Potenzial von Elektrofahrzeugen zur Flexibilitätsbereitstellung geben.

„Das Besondere an OctoFlexBW ist neben der großen Anzahl an teilnehmenden batterieelektrischen Fahrzeugen der nahezu vollständige End-to-End-Prozess von der Systemführung bis zur technischen Einheit“, so der Vorsitzende der Geschäftsführung von Transnet BW Dr. Werner Götz. „Das Potenzial von E-Autos für die Stabilisierung der Netze ist riesig. Mit intelligenter Technologie und der Vernetzung unserer beiden Plattformen gehen wir einen wegweisenden Schritt im Engpassmanagement“, ergänzt Bastian Gierull, CEO von Octopus Energy Germany mit Blick auf das Projekt. Ziel sei es, Endkunden nicht nur einzubeziehen, sondern sie auch für ihre Flexibilität mit günstigem Ladestrom und niedrigeren Netzkosten zu belohnen und E-Mobilität so noch attraktiver zu machen.

Octopus automatisiert und optimiert Ladesteuerung und garantiert maximalen Ladepreis 20 Cent / kWh

Mit „Intelligent Octopus Go“ bietet Octopus Energy seinen Kunden einen flexiblen Stromtarif in Kombination mit einem von Octopus Energy installierten Smart Meter Gateway an, um Elektroautos dann zu laden, wenn Strom günstig und überwiegend aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Dafür müssen die Kunden nur einmal angeben, bis wann und bis zu welchem Ladestand ihr Elektroauto täglich geladen werden soll, etwa bis 6:00 Uhr zu 90 Prozent. Octopus automatisiert und optimiert dann die Ladesteuerung und garantiert im Gegenzug einen Ladepreis von maximal 20 Cent pro kWh. So managt der Energieversorger die Komplexität im Hintergrund, während die E-Auto-Nutzer ohne großen Mehraufwand sparen.

Datenaustausch und Redispatch, dafür steht die IT-Plattform „DA/RE“, die die Netzbetreiber bei den Informationspflichten, dem Datenaustausch und der Maßnahmenkoordination im Rahmen der Redispatch 2.0-Prozesse unterstützt. Im Rahmen von OctoFlexBW wird Octopus Energy in der Rolle eines Aggregators die von DA/RE zur Verfügung gestellten Daten nutzen, um die angeschlossenen BEV zu steuern. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse dienen auch der perspektivischen Weiterentwicklung der DA/RE-Plattformlösung zur Einbindung von dezentralen Erzeugungs-, Speicher- und Verbrauchsanlagen jenseits des derzeit regulierten Redispatch-Regimes.

Um die Informationen aus DA/RE in intelligente Tarife zu übersetzen und damit Tausende von Ladevorgängen zu steuern, nutzt Octopus seine Software-Plattform Kraken. Hier fließen die Daten von Transnet BW mit weiteren Datenpunkten wie den individuellen Angaben der einzelnen Haushalte oder den Stromgroßhandelspreisen zusammen, um den bestmöglichen Ladezeitpunkt zu bestimmen. In der Summe bilden die E-Autos so ein virtuelles Kraftwerk, das zugunsten des Stromnetzes geregelt werden kann und damit zur Versorgungssicherheit beiträgt.

Nach Projektabschluss ist eine Vielzahl von Folgeprojekten denkbar, z.B. eine Ausweitung auf andere Regelzonen oder die Einbindung weiterer Flexibilitätsquellen wie Wärmepumpen. Octopus Energy und Transnet BW sind zudem bei weiteren Themen im Austausch.

Quelle: IWR Online

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