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11.05.2000

Strom per Chipkarte - Wie funktioniert das?
Gespräch mit Dietmar Karner, Geschäftsführer der 2E EASY ENERGY GmbH
 

IWR:  Herr Karner, Ihre Gesellschaft, die 2E EASY ENERGY bietet seit kurzem Strom per Chipkarte an. Wie funktioniert das?

Karner: Die Kunden erhalten von uns, der 2E EASY ENERGY, nach dem Vertragsabschluss die 2E-CARD, eine Plastikkarte im Kreditkartenformat. Bei unseren Vertriebspartnern wird dann die 2E-Card mit dem gewünschten Betrag aufgeladen. 

Wie beim Tanken gibt es keine monatlichen Abschläge, Über- oder Nachzahlungen. Statt Bankeinzugsermächtigungen und unverständlichen Rechnungen gibt es bei jedem Kauf eine Quittung. Der Kunde entscheidet, wann und in welcher Menge er seine 2E-CARD auflädt und damit wieder „volltankt“.

Der gezahlte Betrag wird dann auf dem Mikrochip der Karte gespeichert. Zu Hause steckt der Kunde die Karte in den 2E-CARD-Zähler oder die 2E-CARD-Fernbedienung, die an einem leicht zugänglichen Ort montiert werden kann.

Das Guthaben wird von der Karte auf den Zähler übertragen, der Betrag erscheint im Display des Zählers oder der Fernbedienung. Jetzt kann die 2E-CARD wieder entnommen werden.
 

IWR:  Was ist, wenn Ihr Kunde einmal vergisst, seine Karte wieder nachzuladen? Sitzt er dann im Dunkeln?

Karner: Bei uns gibt‘s den Reservekanister serienmäßig. Also, falls das Nachladen tatsächlich einmal vergessen wird, kann per Knopfdruck ein Kredit aktiviert werden, der beim nächsten Stromkauf verrechnet wird. An Sonn- und Feiertagen wird grundsätzlich nicht abgeschaltet.
 

IWR:  Sie sprachen über den 2E-CARD-Zähler....

Karner:... ja, den brauchen wir, denn der alte Zähler kann mit der 2E-CARD nichts anfangen. Unser hat den unschlagbaren Vorteil, dass er den Stromverbrauch wirklich transparent macht. Das Display zeigt jederzeit das gespeicherte Guthaben in Mark und Pfennig, den aktuellen Stromverbrauch in Kilowattstunden und die Zahl von Tagen, die unser Kunde mit dem Guthaben noch auskommen wird. Sie können also sehen, was es beispielsweise kostet, eine Ladung Wäsche bei 60 Grad zu waschen. In Mark und Pfennig, nicht nur in Kilowattstunden.
 
 

IWR:  Wie wird ein für den Kunden reibungsloser Wechsel sichergestellt?

Karner: Unser Team betreut den Wechsel organisatorisch und technisch.
Den alten Zähler bauen wir aus, geben ihn dem Netzbetreiber zurück, unseren bauen wir ein. Auf Wunsch stellen wir eine Fernbedienung zur Verfügung, die DM 2,90 im Monat kostet.
 

IWR:  Was kostet der Strom von der  2E-CARD?

Karner: 2E EASY ENERGY bietet den Strom in Bremen mit verschiedenen Zeitzonen an. Wir machen Strom am Abend und am Wochenende - also dann, wenn der Kunde zu Hause ist - besonders günstig. So kostet er täglich werktags zwischen 18.30 Uhr abends und 1.00 Uhr früh 18,3 Pfennige pro Kilowattstunde. Auch am Wochenende ist Strom so preiswert, und  unser Wochenende fängt Freitag um 18.30 Uhr an und endet erst am folgenden Montag um 1.00 Uhr morgens. Nationale Feiertage berechnen wir ebenso: Vom Vortag ab 18.30 Uhr bis zum folgenden Werktag 1.00 Uhr.

In der übrigen Zeit kostet der Strom von der 2E-CARD 24,57 Pfennige. Der Grundpreis beträgt DM 18.30 im Monat - auch dieser Betrag geht nicht vom Bankkonto ab, er wird von der 2E-CARD abgebucht. 
 

IWR: Der 2E-CARD-Kunde kauft sich seinen Strom also an einem Aufladegerät, das bei einem Ihrer Vertragspartner steht...

Karner: ... das sind Bäckereien, Tankstellen und Supermärkte. 
 

IWR:  Was sagt die Konkurrenz dazu? 

Karner: Nun, es gab juristische Sticheleien gegen die 2E EASY ENERGY.
Aber das Wettbewerbsrecht gibt uns Recht - und so beginnen wir in Bremen mit dem 2E-CARD-Zeitalter. Und wenn wir hier unsere Erfahrungen gesammelt haben, denken wir schon an einen bundesweiten Auftritt.
 

IWR: Herr Karner, vielen Dank für dieses Gespräch.