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29.12.1999 |
Fa. VOSSnet Communications GmbH Interview mit Carsten Borgmeier, Presseagent der Fa. VOSSnet IWR: Vossnet ist wegen des Verdachts auf Betrug in die negativen Schlagzeilen geraten. Vossnet wird vorgeworfen, die Anmeldegebühr kassiert zu haben, ohne sich ernsthaft um eine Belieferung bemüht zu haben. Wie ist der neueste Stand bezüglich des Anfang Dezember 1999 eingeleiteten staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahrens? Borgmeier: VOSSnet hofft, dass das Ermittlungsverfahren in Kürze eingestellt werden kann. Das Unternehmen verhandelt zur Zeit mit einem österreichischen und drei deutschen Lieferanten sowie mehreren Stadtwerken und hat angekündigt, Mitte Januar auf einer Pressekonferenz die Namen der Lieferanten bekannt zu geben. IWR: Wann soll die Lieferung aufgenommen werden? Borgmeier: Im Vertrag steht, dass VOSSnet innerhalb von 6 Monaten die Stromlieferung aufnimmt. Da die ersten Kunden Ende August/Anfang September unterschrieben haben, soll die Lieferung im Februar/März aufgenommen werden. IWR: Wieviele Kunden haben bereits gekündigt? Borgmeier: Es haben bisher etwa 5.000 Kunden bei VOSSnet gekündigt. Die täglich 200-300 Neuanmeldungen haben den Kundenverlust jedoch zum großen Teil aufgefangen. IWR: Wird die Verwaltungsgebühr von 60,- DM weiterhin nach der Vertragsunterzeichnung abgebucht? Wo liegen die von den bisherigen Kunden eingezogenen Gebühren? Borgmeier: Die Verwaltungsgebühr in Höhe von 60,- DM wird nicht mehr direkt nach der Vertragsunterzeichnung, sondern erst zu Beginn der Lieferung eingezogen. Der große Teil (ca. 1,3 bis 1,4 Mio. DM) der bisher eingezogenen Gelder liegt auf einem Treuhänderkonto eines Rechtsanwaltes. VOSSnet kann nicht ohne Wissen der Staatsanwaltschaft auf das Konto zugreifen. IWR: Es soll Verhandlungen mit der Kawatt AG, Köln, bezüglich der Übernahme der Kunden von VOSSnet geben? Borgmeier: Die Kawatt AG wollte die Verträge von VOSSnet-Kunden zu ihren Konditionen übernehmen. Dies kommt für VOSSnet nicht in Frage. Es handelte sich um kein sehr ernsthaftes Angebot. IWR: Wie hängt die Fa. vip-net mit VOSSnet zusammen? Borgmeier: Die Fa. vip-net gehört Jacqueline Schwarze, Tochter des VOSSnet-Gesellschafters Peter Schwarze, und bietet wie VOSSnet Dienstleistungen im Telekommunikations- und Strombereich an, jedoch mit etwas anderen Leistungspaketen. Das Unternehmen nutzt einige Einrichtungen von Vossnet, wie z. B. die Hotline, mit. IWR: Was hat es mit der "Briefkastenfirma" Tayler Service & Trade im Zusammenhang mit Herrn Schwarze auf sich? Borgmeier: Das Unternehmen
Tayler Service & Trade ist eine amerkanische Aktiengesellschaft mit
Sitz in Delaware, USA. Herr Peter Schwarze ist Vertreter der Aktiengesellschaft
in Europa. Der Begriff "Briefkastenfirma" ist nicht korrekt. Der Journalist,
der diesen Begriff veröffentlicht hat, ist nicht vor Ort gewesen.
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