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30.04.2020, 10:11 Uhr

Stadtwerke München: Neue KWK-Anlage beschleunigt Kohleausstieg

München - Die Landeshauptstadt München will weiterhin Vorreiter in Sachen Klimaschutz sein. Ein Baustein ist das Ziel der Stadtwerke München (SWM), die Wärmeversorgung bis 2035 CO2-neutral zu gestalten. Doch es gibt Probleme mit einem bestehenden Kohlekraftwerk.

Bei den Stadtwerken München deutet sich eine Lösung im Streit um den Kohleausstieg an. Bisher hat die Bundesnetzagentur den Kohleblock im Heizkraftwerk Nord als „systemrelevant“ eingestuft. Damit wird auch die Umsetzung eines Bürgerentscheids zum Kohleausstieg bisher blockiert. Doch es zeichnet sich eine Lösung ab .

Stadtwerke München und der umstrittene Kohleblock im Heizkraftwerk

Eigentlich sollte nach einem Bürgerentscheid im Jahr 2017 der Kohleblock im Heizkraftwerk Nord bis 2022 stillgelegt werden. Die Bundesnetzagentur hat allerdings auf Antrag des Übertragungsnetzbetreibers Tennet die Ausweisung des Kraftwerksblocks HKW Nord 2 als "systemrelevant" bis 31.12.2024 genehmigt. Auch ein Gutachten vom TÜV Süd vom Oktober 2019 im Auftrag der Stadtwerke München kommt zu dem Ergebnis, dass das Kraftwerk bisher wegen der stromseitigen Systemrelevanz und der Deckungslücke in der Fernwärmeversorgung nicht abgeschaltet werden kann. Eine neue, gasbetriebene Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK) am HKW Nord soll nun den Kohleausstieg beschleunigen.

Stadtwerke München: GuD-Anlage als Alternative zum Kohleblock

Weil der Block 2 im HKW Nord stromseitig als systemrelevant und für die Sicherstellung der Fernwärmeversorgung bislang nicht verzichtbar ist, haben die SWM diverse Ersatzmöglichkeiten untersucht. Eine ökologische und zukunftsfähige Alternative ist danach im Ergebnis eine neue hocheffiziente gasbetriebene Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (GuD 3). Nur damit können gleichzeitig Strom und Wärme in gesicherter und effizienter Weise erzeugt werden. Die Nutzung von fossil betriebenen reinen Heizwerken zur Erzeugung größerer Wärmemengen, wie von der Bürgerinitiative vergangene Woche vorgeschlagen, lösten das Problem der Systemrelevanz nicht und sei auch aus ökologischen Gründen zu vermeiden, so die Stadtwerke München.

Plan: Umstieg von Kohle- auf Gasbetrieb – Ergänzung zur Geothermieversorgung

Mit der geplanten GuD 3 als Ersatzanlage für den Block 2 im Heizkraftwerk Nord wäre ein zeitnaher und gesicherter Ausstieg aus der Kohleverbrennung möglich. Anders als gemutmaßt sei aber kein Parallelbetrieb von Block 2 und GuD 3 geplant. Sobald die GuD 3 in Betrieb geht, kann der Block 2 abgerissen werden, teilten die SWM mit. Die Auslegung der geplanten GuD 3 Anlage ist danach so dimensioniert, dass sie mit dem Ausbau der Fernwärme harmonisiert. Durch den Einsatz modernster Technik können künftig auch regenerative Brennstoffe wie etwa Biomethan oder Wasserstoff genutzt werden. Bei Verfügbarkeit klimaneutraler Gase ist sogar eine komplette Umrüstung möglich. Zudem ergänzt die Anlage flexibel die Nutzung der Geothermie in München.

Quelle: IWR Online

© IWR, 2020

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