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09.03.2022, 11:05 Uhr

Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft: Norddeutsche Unternehmen fordern schnelles Handeln

Hamburg - Der zügige Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft ist für die Klimaziele in Deutschland und der EU sowie die schnelle Abkehr von fossilen Brennstoffen von zentraler Bedeutung. Aktuell stimmen die Rahmenbedingungen allerdings nicht. Das kritisieren auch die norddeutschen Wasserstoff-Unternehmen und fordern schnelles Handeln und Planungssicherheit.

In Hamburg sind besonders viele Unternehmen mit unterschiedlichen Wasserstoff-Projekten an den Start gegangen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, das Energiesystem umzubauen und den Ausstoß an CO2 aus Industrie und Transport schnellstmöglich zu verringern. Im Rahmen eines parlamentarischen Nachmittags haben die Unternehmen ihre zentralen Vorstellungen für den schnellen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft diskutiert und ein Positionspapier vorgelegt.

Pläne der Bundesregierung für Wasserstoff werden begrüßt - Knackpunkte auf EU-Ebene

Auf einem gemeinsam vom Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH) und Vertretern des Hamburger Wasserstoffverbundes ausgerichteten Parlamentarischen Nachmittag stand das große Potenzial, das die Wasserstoffwirtschaft in Norddeutschland für die Dekarbonisierung der regionalen Industrie und Logistik bietet, im Fokus.

Zu den Teilnehmern gehörten neben dem EEHH-Cluster Vertreter von Airbus Operations, ArcelorMittal Hamburg, Gasnetz Hamburg, Hamburger Hafen und Logistik (HHLA) und Shell Deutschland sowie Vertreter weiterer Unternehmen der Wasserstofflandschaft in der Metropolregion Hamburg. Auf Seiten der Politik nahmen Johannes Wieczorek vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr, der Hamburger Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher sowie weitere Mitglieder des Bundestags und der Landesparlamente an der Veranstaltung teil.

Grundsätzlich begrüßten die Unternehmensvertreter die in der Koalitionsvereinbarung aufgeführten Pläne der Bundesregierung. Dringenden Handlungsbedarf sehen sie jedoch bei der Regulatorik, unter anderem beim anstehenden “Delegated Act” (DA) der Europäischen Kommission.

Es sei von höchster Bedeutung, dass die EU Kommission den Delegated Act so anpasst, dass heimische Elektrolyseure zu wettbewerbsfähigen Preisen Wasserstoff produzieren können und gleichzeitig ausreichend Grünstrom verwenden können, so EEHH-Geschäftsführer Jan Rispens. Der Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur müsse jetzt beginnen, sonst werde es kaum möglich sein, die Dekarbonisierungsziele bis 2045 zu erreichen. Dafür müsse die Politik die nötigen Rahmenbedingungen schaffen, so Rispens weiter.

Ihre zentralen Forderungen und Handlungsempfehlungen für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft haben die Wasserstoff-Unternehmen in einem gemeinsamen Positionspapier formuliert.

Positionspapier: Rahmenbedingungen einer erfolgreichen Wasserstoffwirtschaft in Hamburg

Um die ausreichende Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff zur Versorgung von Industrie und Logistik für eine erfolgreiche Dekarbonisierung bis 2045 zu wettbewerbsfähigen Bedingungen sicherzustellen, muss ausreichend kostengünstiger grüner Strom für seine Produktion verfügbar sein. Der Entwurf der wichtigen Verordnung (DA) der EU-Kommission ist aus Sicht der norddeutschen Wasserstoffunternehmen sehr restriktiv und gefährdet den Markthochlauf in Deutschland.

National müssten in den unterschiedlichen Sektoren geeignete Instrumente für Kunden - wie etwa Klimaschutzverträge (Carbon Contracts for Difference) und Steuererleichterungen / grüne Wasserstoffpreisanreize (OPEX) - eingeführt werden, um die aktuell signifikante Preislücke zu den traditionellen Brennstoffen zu schließen.

Zudem fordern die Teilnehmer eine massive Beschleunigung der Genehmigungsverfahren für Elektrolyse-, Infrastruktur- und Anwendungsprojekte, wie es im Bereich Windenergie und Photovoltaik bereits geplant ist. Auch die Beantragung und Genehmigung von Fördermitteln müssen vereinfacht und beschleunigt werden.

Zudem appellieren die Vertreter der Wasserstoffwirtschaft an die Politik, dass die zwingende Eigentümertrennung zwischen Gas- und Wasserstoffnetzen, wie sie aktuell im Gaspaket der EU-Kommission diskutiert wird, vermieden werden sollte, da sie wichtige Synergien im Transformationsprozess verhindert.

Neben diesen zentralen Forderungen der Unternehmen wurden weitere Themen wie Regeln zum Import, Technologie-Förderung und Zertifizierung adressiert. Mithilfe der Handlungsempfehlungen soll der Aufbau von lokaler Produktion, Transportketten und einer Import-Infrastruktur für Wasserstoff ermöglicht werden.

Quelle: IWR Online

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