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21.06.2022, 16:34 Uhr

Geschäftsfeld PPA: RWE und Commerzbank planen Fondslösung - Vattenfall und Air Liquide erweitern Kooperation

Münster - Der Markt für grüne Stromabnahmeverträge (PPA) entwickelt sich mit einer zunehmenden Dynamik. Um Regenerativ-Strom auch mittelständischen Industrieunternehmen zugänglich zu machen, wollen RWE und die Commerzbank auf Fondsebene kooperieren. Auch Vattenfall erweitert die Konzernaktivitäten im Bereich PPA.

Der Energiekonzern RWE und die Commerzbank haben eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel ist es, speziell mittelständischen Unternehmen über einen „Grünen Mittelstandsfonds“ den Bezug von Ökostrom im Rahmen von langfristigen Stromverträgen zu ermöglichen. Beim Ausbau des Geschäftsfeldes PPA erreicht auch Vattenfall bei der Vermarktung von Ökostrom aus dem niederländischen Offshore-Windpark Hollandse Kust Zuid durch den Abschluss eines Großabnahmevertrages mit dem Industriegasspezialisten Linde einen wichtigen Meilenstein.

Commerzbank und RWE liefern Offshore-Strom für mittelständische Unternehmen

Mit einem „Grünen Mittelstandsfonds“ wollen der Energiekonzern RWE und die Commerzbank mittelständischen Industrieunternehmen in Deutschland Zugang zu klimafreundlichem Strom aus Offshore-Windparks ermöglichen. Die beiden Unternehmen haben hierzu eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Der neue Fonds soll den mittelständischen Unternehmen erstmals die Möglichkeit bieten, sich erneuerbaren Strom über Power Purchase Agreements zu sichern. Bislang konnten vornehmlich industrielle Großabnehmer solche langfristigen Stromabnahme-Vereinbarungen aus großen Ökostromprojekten abschließen.

RWE und die Commerzbank wollen den mittelständischen Unternehmen im Rahmen der Fondslösung drei Optionen anbieten: Einerseits können sich die Unternehmen mit Eigenkapital direkt an dem geplanten Offshore-Windpark beteiligen. Im Rahmen der zweiten Variante ist es vorgesehen, dass sich Unternehmen über ein PPA langfristig grünen Strom sichern und so ihre Dekarbonisierungsziele erreichen. Beide Möglichkeiten können auch miteinander kombiniert werden.

Der geplante Windpark soll eine installierte Leistung von rund 1.000 Megawatt (MW) aufweisen. Um die Fläche für den Windpark wollen sich die Unternehmen gemäß der geplanten Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes im Rahmen der künftigen Ausschreibungen bewerben, die voraussichtlich 2023 stattfinden werden. Für RWE ist ein Anteil von 51 Prozent an dem Windpark geplant, die verbleibenden 49 Prozent sollen über den „Grünen Mittelstandsfonds“ durch die Commerzbank interessierten Unternehmen angeboten werden. RWE wird den Windpark entwickeln, bauen und betreiben.

RWE verpflichtet sich, den erzeugten Strom mittelständischen Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Die Commerzbank wiederum will ihren Kunden aus dem deutschen Mittelstand den direkten Zugang zum Ökostrom ermöglichen. Dies soll einerseits über individuelle Finanzierungs- und Kreditlösungen für Eigenkapitalinvestitionen der Unternehmen in den Offshore-Windpark erfolgen. Andererseits bietet das Konzept die Möglichkeit zum Bezug von Offshore-Windstrom über einen PPA bereits ab einer Leistung von 5 MW - also zugeschnitten auf den Strombedarf von mittelständischen Unternehmen.

Im Hinblick auf die Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetz fordert Ulf Kerstin, CCO Offshore Wind bei RWE, von der Politik, die Ausschreibungsbedingungen durch Nachbesserungen attraktiver zu machen. Die Gesetzesnovelle sollte so modifiziert werden, dass sie der Transformation des Industriestandorts Deutschland tatsächlich einen Schub verleiht, weil Offshore-Strom zu wettbewerbsfähigen Preisen angeboten werden kann, so Kerstin.

Vattenfall und Air Liquide unterzeichnen langfristigen PPA für Offshore-Windstrom

Air Liquide hat mit Vattenfall seinen bisher größten langfristigen PPA in den Niederlanden über 115 MW oder rund 500 Mio. kWh pro Jahr an erneuerbarem Strom aus dem Offshore-Windpark Hollandse Kust Zuid unterzeichnet. Das PPA kommt zu einem 100 Mio. kWh-PPA mit Air Liquide, hinzu, der bereits im März 2021 angekündigt wurde, und erweitert die langfristige Partnerschaft der beiden Unternehmen.

Der Stromabnahmevertrag hat eine Laufzeit von 15 Jahren und ermöglicht es Air Liquide nach Unternehmensangaben ab 2025, seine bestehenden Produktionsanlagen für Industrie- und Medizingas in den Niederlanden und in der Benelux-Region mit erneuerbaren Energien zu versorgen.

Der Standort des Offshore-Windparks Hollandse Kust Zuid liegt in der Nordsee, etwa 18-35 Kilometer vor der niederländischen Küste zwischen Den Haag und Zandvoort. Das aus 140 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.500 Megawatt bestehende Offshore-Windprojekt soll 2023 voll in Betrieb gehen. Hollandse Kust Zuid ist im Besitz von Vattenfall, BASF und Allianz. Es ist ist das derzeit erste und größte Offshore-Windprojekt der Welt, das ohne staatliche Unterstützung geplant ist. Dabei bieten langfristige Verträge, wie die mit Air Liquide abgeschlossenen PPAs, den Investoren des Projekts finanzielle Sicherheit und dem Käufer Zugang zu erneuerbaren Energien.

Quelle: IWR Online

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