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23.02.2026, 17:38 Uhr

Britisches Atomkraftwerk Hinkley Point C verzögert sich weiter und wird teurer – Atomstrom kostet mindestens 15 Cent pro Kilowattstunde

Paris / London – Der französische Energieversorger EDF hat die Fertigstellung des britischen Atomkraftwerks Hinkley Point C (HPC) erneut verschoben. Der erste Reaktor des 3,2-GW-Kernkraftwerksprojekts in Somerset soll nun voraussichtlich 2030 in Betrieb gehen, fünf Jahre später als geplant.

Das britische Vorzeigeprojekt Hinkley Point C verzögert sich erneut und verzeichnet weiter steigende Baukosten. Die Fertigstellung der beiden HPC-Blöcke mit jeweils 1.600 Megawatt Leistung verschiebt sich deutlich gegenüber der ursprünglichen Planung. Ein Ende der Kostenspirale ist derzeit ebenfalls nicht absehbar.

Bau des Atomkraftwerks Hinkley Point C beträgt mindestens 13 Jahre

In einer Mitteilung vom 20. Februar 2026 bestätigte der französische Energiekonzern EDF weitere Verzögerungen sowie zusätzliche Kostensteigerungen für das Großprojekt. Der Baustart für Hinkley Point C erfolgte 2017. Die ursprüngliche Inbetriebnahme des ersten Blocks war für 2025 vorgesehen. Zwischenzeitlich wurde der Termin zunächst auf 2027, später auf 2029 und nun auf 2030 verschoben. Damit erreicht die Bauzeit des Atomkraftwerks mindestens 13 Jahre.

Als Gründe für die Verzögerung nennt EDF eine geringere Produktivität bei komplexen elektromechanischen Installationsarbeiten, insbesondere bei Rohrleitungen und Verkabelungen. Die einjährige Verzögerung belastet die Bilanz von EDF nach Unternehmensangaben mit rund 2,5 Milliarden Euro. Sollte sich der Betriebsstart weiter bis 2031 verschieben, könnten zusätzliche finanzielle Belastungen in Milliardenhöhe entstehen.

Die wiederholten zeitlichen Verschiebungen spiegeln nach Angaben des staatlich-französischen Atomkonzerns die komplexe Projektumsetzung sowie technische Herausforderungen und gestiegene Kosten im Rahmen des Großprojekts wider.

Die geschätzten Baukosten steigen mittlerweile auf 35 Milliarden Pfund (in Preisen des Jahres 2015). In aktuellen Preisen entsprechen diese rund 48 Milliarden Pfund. Umgerechnet mit dem offiziellen EZB-Referenzkurs von rund 1 Pfund = 1,15 Euro (23.02.2026) ergibt dies etwa 55 Milliarden Euro.

Das Projekt umfasst zwei Reaktorblöcke mit jeweils 1.600 Megawatt Leistung. Die beiden Blöcke sollen zeitlich versetzt in Betrieb gehen. Die genannten rund 55 Milliarden Euro beziehen sich auf das Gesamtprojekt. Rechnerisch entsprechen diese derzeit etwa 27,5 Milliarden Euro pro 1.600-MW-Block. Es handelt sich jedoch ausdrücklich um einen Zwischenstand, da weitere Kostensteigerungen im Zuge der fortlaufenden Bauarbeiten nicht ausgeschlossen sind.

Britischer Atomstrom kostet mindestens 15 ct/kWh mit langfristig steigender Preisbindung über 35 Jahre

Das Atomkraftwerk Hinkley Point C wird über eine staatlich garantierte Einspeisevergütung (Contract for Difference, CfD) abgesichert. Der sogenannte Strike Price liegt derzeit bei 127 £/MWh (Stand: 17.01.2026), das entspricht knapp 15 Cent pro Kilowattstunde. Liegt der Marktpreis für Strom an der Strombörse unter diesem garantierten Preis, wird die Differenz durch staatliche Zahlungen ausgeglichen.

Die Mindestvergütung für den britischen Atomstrom ist an die Inflation gekoppelt und damit dynamisch ausgestaltet. Sie wird auf Basis des UK Consumer Price Index (CPI) angepasst und steigt entsprechend mit der Preisentwicklung. Die Laufzeit der garantierten Vergütung für Atomstrom aus Hinkley Point C beträgt 35 Jahre. Zum Vergleich: In Deutschland wird die EEG-Vergütung in der Regel über 20 Jahre gewährt und erfolgt ohne Inflationsausgleich.

Quelle: IWR Online

© IWR, 2026

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