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24.02.2026, 11:44 Uhr

Hype um neue Festkörperbatterie von Donut Lab – Schnell geladen, Skalierung offen

Helsinki – Die Festkörperbatterie des finnischen Unternehmens Donut Lab sorgt seit ihrer Präsentation auf der CES 2026 für große Aufmerksamkeit in der Batteriebranche. Auf einer der weltweit größten Technologiemessen stellte das Unternehmen in Las Vegas eine Festkörper-Batteriezelle vor, die eigenen Angaben zufolge mit einer außergewöhnlich hohen Energiedichte, sehr schnellen Ladezeiten und einer langen Lebensdauer aufwarten soll.

Am 23. Februar 2026 veröffentlichte das staatliche Forschungszentrum VTT Technical Research Centre of Finland erste unabhängige Messberichte zur Donut-Lab-Technologie. Die Tests erfolgten im Labormaßstab und dokumentieren die Ladeperformance sowie das thermische Verhalten einer Einzelzelle. Die Ergebnisse bestätigen einzelne Leistungsparameter. Ob der Sprung vom Labor in die industrielle Anwendung gelingt, ist derzeit jedoch noch offen.

Labormaßstab: Was die Ergebnisse der unabhängigen Messungen zeigen

Das staatliche Forschungszentrum VTT hat eine Festkörperzelle mit rund 26 Ah Kapazität (etwa 94 Wh) untersucht.

Die Messungen zeigen, dass die Zelle bei einer hohen Laderate von 11C von 0 auf 80 Prozent Ladezustand in rund 4,5 Minuten geladen wurde. Eine vollständige Ladung auf 100 Prozent wurde in gut sieben Minuten erreicht. Bei einer geringeren Laderate von 5C wurden 80 Prozent in etwa neun bis zehn Minuten erzielt. Die nutzbare Kapazität lag nach den Schnellladezyklen laut Bericht bei über 98 Prozent.

Die Tests erfolgten unter kontrollierten Laborbedingungen. Teilweise wurde ohne aktive Kühlung gearbeitet, um Belastungsgrenzen zu prüfen. Dabei stiegen die Zelltemperaturen auf über 60 Grad Celsius; in einem Testdurchlauf wurden kurzfristig höhere Temperaturen erreicht, bevor ein Sicherheitsmechanismus den Versuch unterbrach.

Damit sind zentrale Leistungsdaten zur Schnellladefähigkeit einer Einzelzelle unabhängig dokumentiert. Die Ergebnisse beziehen sich jedoch ausschließlich auf definierte Testbedingungen im Labor.

Festkörperbatterie: Forschungsfortschritte und offene Skalierung

Die aktuellen Ergebnisse der unabhängigen Prüfungen zeigen Fortschritte im Entwicklungsprozess der Festkörperbatterie. Die Tests wurden im Labormaßstab durchgeführt und vom staatlichen Forschungszentrum VTT in einzelnen Leistungsparametern untersucht. Insbesondere die Schnellladefähigkeit sowie das thermische Verhalten der getesteten Zelle wurden dokumentiert.

Die Daten markieren einen weiteren Schritt in der technischen Validierung. Zugleich bleibt der Entwicklungsprozess nicht abgeschlossen. Weitere unabhängige Laboruntersuchungen sind erforderlich, um zusätzliche Leistungskennwerte, Langzeitstabilität sowie Materialalterung und Degradationsverhalten über umfangreichere Testreihen hinweg zu überprüfen.

Der nächste entscheidende Schritt ist die Skalierung in den industriellen Maßstab. Dabei geht es um die Übertragung der im Labor bestätigten Eigenschaften auf größere Zellformate, die Integration in Batteriesysteme sowie die Umsetzung in reproduzierbare Produktionsprozesse. Erst in dieser Phase entscheidet sich, ob sich die Technologie aus der Forschungsumgebung in eine wirtschaftlich tragfähige Serienproduktion überführen lässt.

Aktuelle Herausforderungen und offene Fragen

Die veröffentlichten Messberichte beziehen sich ausschließlich auf die geprüfte Schnellladefähigkeit und das thermische Verhalten der untersuchten Einzelzelle von Donut Lab.

Nicht unabhängig verifiziert wurden bislang die von Donut Lab kommunizierte Energiedichte von 400 Wattstunden pro Kilogramm, die angekündigte Lebensdauer von bis zu 100.000 Ladezyklen, Aussagen zur Kostengleichheit mit etablierten Lithium-Ionen-Zellen sowie die industrielle Skalierbarkeit.

Die vorliegenden Daten liefern somit einen belastbaren Nachweis für einzelne Leistungsparameter im Labormaßstab. Weitere Prüfungen und Langzeituntersuchungen stehen noch aus.

Über Festkörperbatterien im Vergleich zu Lithium-Ionen-Batterien

Festkörperbatterien setzen statt eines flüssigen Elektrolyten auf einen festen Ionenleiter. Dadurch entfällt das leicht entflammbare Lösungsmittel klassischer Lithium-Ionen-Zellen, was das Risiko eines thermischen Durchgehens grundsätzlich reduzieren kann.

Gleichzeitig bestehen bei der Entwicklung und Skalierung technologische Herausforderungen. Dazu zählen Materialspannungen und mögliche Rissbildungen im Festelektrolyten, Kontaktverluste zwischen Elektroden und Elektrolyt, komplexe Produktionsprozesse bei größeren Zellformaten sowie weiterhin hohe Herstellungskosten.

Die aktuelle Phase zeigt vor allem Fortschritt in der wissenschaftlichen und technischen Validierung. Ob und wann sich die Technologie in eine industrielle Serienproduktion überführen lässt, wird von weiteren Tests und der erfolgreichen Skalierung abhängen.

Quelle: IWR Online

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