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27.03.2026, 12:35 Uhr Bundesnetzagentur greift durch und geht gegen schleppenden Smart-Meter-Ausbau vorBonn – Die Digitalisierung der Stromnetze mithilfe intelligenter Messsysteme ist ein entscheidender Baustein und eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung der Energiewende. Doch der Smart Meter Ausbau in Deutschland kommt nicht vom Fleck und wird zunehmend zum politischen und regulatorischen Problem. Jetzt greift die Bundesnetzagentur (BNetzA) durch.
Die Behörde hat heute ein deutliches Signal gegen den schleppenden Smart Meter Ausbau gesetzt und 77 Verfahren gegen Energieversorger eröffnet, die ihre gesetzlichen Pflichten beim Einbau intelligenter Stromzähler bislang nicht erfüllt haben. Ob diese Maßnahme tatsächlich zu einer Beschleunigung führt, bleibt abzuwarten.
Bundesnetzagentur eröffnet Verfahren wegen schleppendem Smart Meter AusbauBetroffen sind nach Angaben der BNetzA vor allem kleinere und mittelgroße Unternehmen, die die vorgeschriebene 20 Prozent Quote für den Rollout von Smart Metern noch nicht erreicht haben.
„Der Einbau von Smart Metern spielt eine zentrale Rolle für die Digitalisierung unseres Stromsystems. Wir stellen fest, dass viele Unternehmen die gesetzlichen Ausbauziele nicht erfüllen“, erklärte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.
Die betroffenen Unternehmen haben nun Gelegenheit, im Rahmen von Anhörungen Stellung zu nehmen. Die Bundesnetzagentur prüft diese Stellungnahmen und entscheidet anschließend über mögliche Zwangsgelder. Die Höhe der Geldbußen richtet sich nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Unternehmen und muss verhältnismäßig sein.
Grundlage des Rollouts ist das Messstellenbetriebsgesetz. Es verpflichtet Messstellenbetreiber, bis Ende 2025 mindestens 20 Prozent der Verbraucherzähler mit intelligenten Messsystemen auszustatten. Langfristiges Ziel ist, bis 2032 rund 90 Prozent der sogenannten Pflichteinbaufälle mit Smart Metern auszustatten.
Smart Meter ermöglichen eine bessere Integration erneuerbarer Energien, die Nutzung dynamischer Stromtarife und mehr Transparenz im Stromverbrauch. Die BNetzA betont, dass sie die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben weiterhin streng überwachen wird.
Keine Energiewende ohne Digitalisierung – Wofür Smart Meter benötigt werdenSmart Meter sind eine zentrale Technologie der Energiewende. Sie liefern Netzbetreibern präzise Echtzeitdaten, mit denen Lastflüsse im Stromnetz effizient gesteuert, Engpässe vermieden und die Versorgungssicherheit erhöht werden können. Für Verbraucherinnen und Verbraucher eröffnen sie die Möglichkeit, flexible Stromtarife zu nutzen, Energie gezielt zu sparen und beispielsweise Eigenproduktion aus Photovoltaik oder den Betrieb von Wärmepumpen und Batteriespeichern intelligent zu steuern.
Mit zunehmender Anzahl installierter Smart Meter können die Netze insgesamt stabiler, effizienter und flexibler betrieben werden – die Grundlage für eine erfolgreiche Energiewende in Deutschland.
Im europaweiten Vergleich liegt Deutschland weit abgeschlagen zurück. Laut dem aktuellen BNetzA-Bericht sind derzeit erst rund 2 Millionen der insgesamt etwa 54 Millionen Messlokationen mit Smart Metern ausgestattet – das entspricht einem Anteil von ca. 3,8 Prozent. In vielen europäischen Ländern ist der intelligente Zähler bereits Standard: Italien (~98 %), Spanien (~99 %), Schweden (~100 %) und Frankreich (~90 %) melden sehr hohe Rollout Quoten, während Deutschland weiterhin im einstelligen Prozentbereich liegt.
Katherina Reiches Solarpläne - Solarstrom-Vermarktung ohne Smart Meter?Parallel zum schleppenden Smart Meter Ausbau treibt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche weitreichende Änderungen bei kleinen Solar Dachanlagen voran. Demnach soll die feste Einspeisevergütung für neue kleine Photovoltaik Anlagen bis 25 kWp abgeschafft und stattdessen die direkte Vermarktung des erzeugten Stroms an der Strombörse verpflichtend werden. Diese Pläne tauchen in aktuellen Entwürfen für eine EEG Novelle auf und würden bedeuten, dass Betreiber ihren Solarstrom selbständig vermarkten müssen.
Eine Direktvermarktung ohne Smart Meter ist in der Praxis kaum möglich. Diese setzt in der Regel eine kontinuierliche Messung und Abrechnung der erzeugten und eingespeisten Strommengen voraus – technisch wird dies am zuverlässigsten mithilfe intelligenter Messsysteme realisiert. Ohne Smart Meter fehlt den Vermarktern die notwendige Datenbasis, um die Strommengen in Echtzeit oder für Börsenabrechnungen korrekt zu erfassen und an den Markt zu melden.
Kritiker der EEG Pläne warnen daher, dass Katherina Reiche hier den zweiten Schritt vor dem ersten macht. Die Abschaffung der Einspeisevergütung ohne praktikable Direktvermarktungswege und ohne ausreichenden Rollout intelligenter Zähler würde den Solarmarkt lediglich ausbremsen und Investitionen in neue Dachanlagen unattraktiv machen.
Quelle: IWR Online © IWR, 2026 Weitere Meldungen rund um die Stromwirtschaft
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