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09.04.2026, 16:06 Uhr

RENIXX schließt Q1 mit 10,7 Prozent Plus – globaler Aktienindex schwankt im geopolitischen Spannungsfeld

Münster – Der globale Aktienindex RENIXX (Renewable Energy Industrial Index) hat das erste Quartal 2026 gegen den internationalen Börsentrend mit deutlichen Kursgewinnen abgeschlossen. Mit einem Zuwachs von 10,7 Prozent übertrifft er damit große internationale Aktienindizes wie S&P 500, Dow Jones, Nasdaq Composite und DAX, die im gleichen Zeitraum überwiegend Verluste verzeichneten.

Hauptgrund für die RENIXX-Kursgewinne sind die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sowie der rasante Anstieg der Öl- und Gaspreise. Gleichzeitig führt dieses Spannungsfeld zu einem paradox erscheinenden „Renewables Performance Gap“: Steigende Ölpreise lassen den RENIXX nur moderat steigen oder fallen, während sinkende Ölpreise zu stärkeren Kursgewinnen führen.

Grüne Aktien: RENIXX im Spannungsfeld des Irankriegs

Das erste Quartal war geprägt von den Folgen des Irankriegs. Steigende Ölpreise machen erneuerbare Energien als Alternative besonders attraktiv. Anders als 2008, als der Ölpreis fast 150 US-Dollar je Barrel erreichte, sind grüne Aktien bislang nur moderat gestiegen. Viele Investoren erwarten lediglich kurzfristige Marktverwerfungen; andere rechnen mit steigender Inflation und höheren Zinsen, die Projekte verteuern und Lieferketten belasten. Auch die US-Politik, die weiterhin auf fossile Energien setzt, bremst die kurzfristige Dynamik.

Dieses Spannungsfeld führt zu einem paradox erscheinenden „Renewables Performance Gap“: Trotz attraktiver Rahmenbedingungen durch steigende Energiepreise und wachsende globale Nachfrage bleiben viele Aktien moderat bewertet, da Investoren Risiken wie Inflation und höhere Finanzierungskosten einpreisen. So wirkt es nur auf den ersten Blick ungewöhnlich, dass der RENIXX gestern nach einem Kurssturz der Ölpreise um etwa 13–15 Prozent zulegen konnte. Der Rückgang dämpft die Inflations- und Finanzierungsrisiken, denn in einem Umfeld moderat steigender fossiler Energiepreise können Unternehmen in diesem Sektor am besten wachsen.

„Der Markt hat das volle Ausmaß der geopolitischen Risiken durch den Irankrieg und mögliche Engpässe in der Energieversorgung noch gar nicht vollständig eingepreist“, sagt IWR-Geschäftsführer Dr. Norbert Allnoch. „Erst wenn Investoren die strukturelle Bedeutung erneuerbarer Energien für Versorgungssicherheit und Kostenstabilität erkennen, dürfte sich die Kursdynamik deutlich beschleunigen.“

RENIXX Gewinner und Verlierer im ersten Quartal 2026

Im ersten Quartal 2026 verzeichneten Unternehmen aus den Bereichen Solar, Windkraft und Brennstoffzellentechnologie deutliche Kursgewinne. Besonders stark entwickelten sich SolarEdge Technologies (+78,3 %), Green Plains Inc. (+69,6 %), Nordex SE (+57,8 %) und Bloom Energy (+55,1 %). Weitere solide Performer mit Zuwächsen zwischen 30 und 36 % waren Grenergy Renovables, Scatec ASA, Northland Power Inc. und Ørsted A/S.

Auf der anderen Seite mussten Canadian Solar Inc. (-42,0 %), Sunrun Inc. (-29,6 %) und Daqo New Energy (-28,5 %) deutliche Verluste hinnehmen. Diese divergierenden Entwicklungen verdeutlichen die aktuell hohe Volatilität im Sektor, die stark von technologischen Trends, regulatorischen Rahmenbedingungen und geopolitischen Entwicklungen geprägt wird.

Am Ende könnten als Folge des Irankriegs und der steigenden Risiken einer Nutzung der Straße von Hormus die erneuerbaren Energien in vielen Regionen der Erde deutlich an Bedeutung gewinnen. Insbesondere in Europa, Südamerika, Afrika, Asien und Australien könnten diese heimischen Energiequellen als preisgünstige Alternative die eigentlichen Gewinner dieser Energiekrise sein.

Quelle: IWR Online

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