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30.04.2026, 12:05 Uhr Topsoe aus Dänemark unterstützt US-Projekte zur Herstellung alternativer FlugkraftstoffeKopenhagen - Auch der Luftverkehr steht weltweit zunehmend unter Druck, die Emissionen zu senken und alternative Treibstoffe einzusetzen. Neben biogenen Kraftstoffen rücken dabei synthetische und aus Abfällen gewonnene Kraftstoffe stärker in den Fokus der Industrie.
Vor diesem Hintergrund arbeitet der dänische Technologiekonzern Topsoe mit der Abundia Global Impact Group an der Entwicklung industrieller Anlagen zur Umwandlung von Kunststoffabfällen in Kraftstoffe in Nordamerika. Ziel ist die Produktion von nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF), Diesel sowie chemischen Grundstoffen im industriellen Maßstab.
Industrielle Nutzung von Kunststoffabfällen geplantKern des Vorhabens ist der Einsatz der HydroFlex®-Technologie von Topsoe. Die erste Anlage soll in Baytown im US-Bundesstaat Texas entstehen. Nach vollständiger Inbetriebnahme ist eine Produktionskapazität von rund 1.500 Barrel erneuerbarer Kraftstoffe pro Tag je Anlage vorgesehen. Insgesamt sind drei Anlagen geplant.
Die finale Investitionsentscheidung für den Standort Baytown wird bis Ende 2026 erwartet, der Produktionsstart ist für 2029 vorgesehen.
Die Anlagen sollen kommunale und industrielle Kunststoffabfälle als Rohstoff nutzen und damit Materialströme erschließen, die bislang überwiegend deponiert oder verbrannt werden.
Technologie für Drop-in-Kraftstoffe - Wirtschaftliche Nutzung von AbfallströmenDie HydroFlex®-Technologie ermöglicht die Umwandlung von Kunststoffabfällen sowie Fetten, Ölen und weiteren Reststoffen in erneuerbare Kraftstoffe, die direkt in bestehende Infrastruktur eingespeist werden können. Dazu zählen Diesel, chemische Grundstoffe sowie nachhaltiger Flugkraftstoff.
Diese sogenannten Drop-in-Fuels können ohne technische Anpassungen in bestehenden Motoren eingesetzt oder mit konventionellen Kraftstoffen gemischt werden. Damit adressiert die Technologie insbesondere schwer zu dekarbonisierende Sektoren wie Luftfahrt und Schwerverkehr.
Die Projekte basieren auf der Idee, Kunststoffabfälle stärker als Rohstoffquelle zu nutzen. Laut OECD fallen weltweit jährlich rund 353 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle an, von denen nur etwa 9 Prozent recycelt werden. Der Großteil wird derzeit nicht stofflich verwertet.
Durch chemische Umwandlungsprozesse sollen diese Abfallströme künftig in Kraftstoffe und chemische Produkte überführt werden.
Industriepartnerschaft zwischen Topsoe und AbundiaTopsoe liefert die HydroFlex®-Technologie als zentrale Prozesslösung für die geplanten Anlagen und positioniert sich damit als Technologiepartner für großskalige Waste-to-Fuels-Projekte.
Henrik Rasmussen, Geschäftsführer von Topsoe Americas, sagte: „Die Technologien und Lösungen von Topsoe ermöglichen die Umwandlung von verflüssigtem Kunststoffabfall in Kraftstoffe.“
Er ergänzte, dass die Projekte einen wichtigen Schritt darstellten, um neue Anwendungsfelder für Kunststoffabfälle zu erschließen. Zudem unterstütze das Unternehmen die industrielle Skalierung erneuerbarer Kraftstoffe aus Abfallströmen.
Auch Abundia betonte die Bedeutung der Technologie. CEO Ed Gillespie: „Die HydroFlex®-Technologie von Topsoe ist weltweit für ihre Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und die Fähigkeit anerkannt, kontinuierlich hochwertige erneuerbare Produkte in der Wertschöpfungskette der Abfallwirtschaft herzustellen.“
Er hob hervor, dass die Partnerschaft sowohl Teil des Kommerzialisierungsplans für 2026 als auch ein langfristiger Baustein im Multi-Projekt-Portfolio des Unternehmens sei.
Bedeutung für Luftverkehr und EnergiewendeMit der zunehmenden Regulierung von CO2-Emissionen im Luftverkehr wächst die Bedeutung nachhaltiger Flugkraftstoffe. Technologien zur Umwandlung von Abfällen in SAF gelten dabei als ergänzender Pfad neben biogenen und synthetischen Kraftstofflösungen.
Die Projekte von Topsoe und Abundia sind Teil eines wachsenden globalen Marktes für alternative Kraftstoffe, der sowohl durch Klimaziele als auch durch industrielle Kreislaufwirtschaft getrieben wird.
Quelle: IWR Online © IWR, 2026 Weitere Meldungen rund um die Luftverkehrsbranche
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