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06.05.2026, 11:26 Uhr 700-MW-Stromverbindung Celtic zwischen Frankreich und Irland kommt voranParis/Dublin – Der Bau der geplanten Stromverbindung Celtic Interconnector zwischen Frankreich und Irland schreitet auf beiden Seiten weiter voran. Mit dem Beginn zentraler Infrastrukturarbeiten in der Bretagne erreicht das 700-MW-Großprojekt zur ersten direkten Stromanbindung Irlands an das kontinentaleuropäische Netz eine neue Umsetzungsphase.
Das französische Unternehmen Eiffage Énergie Systèmes realisiert für den Kabelhersteller Nexans einen rund 40 Kilometer langen unterirdischen Kabelabschnitt in der Bretagne. Die Celtic-Stromleitung gilt als strategisch bedeutendes Infrastrukturvorhaben im Rahmen der europäischen Energiebinnenmarktstrategie und des EU Grids Action Plan zur Stärkung grenzüberschreitender Stromnetze.
Stand und Fortschritte in FrankreichIn Frankreich liegt der Fokus derzeit auf der landseitigen Netzanbindung. Der rund 40 Kilometer lange Kabelkorridor verbindet die künftige Landfallzone bei Cléder mit der Konverterstation in La Martyre. Dort wird der übertragene Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt und in das nationale Übertragungsnetz eingespeist.
Die Arbeiten umfassen Tiefbau-, Kabelschutz- und Übergangsinfrastruktur im Küstenbereich sowie die technische Vorbereitung des Netzanschlusses. Die eigentliche Verlegung des rund 500 Kilometer langen Seekabels durch die Keltische See ist als separater Projektabschnitt vorgesehen und folgt in einer späteren Bauphase.
Auch irischer Projektteil macht FortschritteParallel dazu kommt der Ausbau auf irischer Seite deutlich voran. Nach Angaben des Netzbetreibers EirGrid sind inzwischen mehr als 60 Prozent der Hochspannungs-Gleichstrom-Landkabel verlegt. Zudem wurden bereits erste Offshore-Kabelabschnitte mit einer Länge von rund 84 Kilometern installiert.
Zentrale Rolle spielt die Konverterstation in Ballyadam in der Grafschaft Cork, wo die Hauptbauarbeiten laufen. Dort wird künftig die Umwandlung zwischen Gleich- und Wechselstrom erfolgen. Ergänzend entsteht mit der Umspannanlage Gogganstown die Netzanbindung an das irische Übertragungsnetz. Auch mehrere Großtransformatoren wurden bereits angeliefert und installiert.
Versorgungssicherheit und Stromhandel im Fokus – EU-Projekt von strategischer BedeutungMit dem Celtic Interconnector schaffen die Übertragungsnetzbetreiber RTE und EirGrid die erste direkte Stromverbindung zwischen Frankreich und Irland. Die Leitung soll künftig einen bidirektionalen Stromtransport von bis zu 700 MW ermöglichen.
Ziel ist es, die Versorgungssicherheit insbesondere in Irland zu stärken, den Ausbau erneuerbarer Energien besser in die europäischen Strommärkte zu integrieren und den grenzüberschreitenden Energiehandel zu erleichtern.
Das Projekt zählt zu den von der Europäischen Union priorisierten Energieinfrastrukturprojekten von gemeinsamem Interesse (PCI) und wird durch EU-Mittel gefördert. Die EU verfolgt das Ziel, dass jedes Mitgliedsland bis 2030 über ausreichende grenzüberschreitende Stromübertragungskapazitäten verfügt, um mindestens 15 Prozent seiner installierten Erzeugungsleistung exportieren zu können. Die Inbetriebnahme der Verbindung ist nach aktuellem Projektstand für das Jahr 2028 vorgesehen.
Über die Stromverbindung Celtic zwischen Irland und FrankreichDer Celtic Interconnector ist eine rund 575 Kilometer lange Hochspannungs-Gleichstromverbindung (HGÜ) zwischen Frankreich und Irland mit einer Übertragungskapazität von 700 MW. Der offizielle Baubeginn erfolgte 2023 nach Abschluss der Planungs- und Genehmigungsphase.
Das Verbindungssystem besteht aus rund 500 Kilometern Unterseekabel durch die Keltische See sowie landseitigen Anschlussstrecken in beiden Ländern. Ergänzt wird die Infrastruktur durch Konverterstationen an den Netzanschlusspunkten, die den Wandel zwischen Gleich- und Wechselstrom ermöglichen.
Das Gemeinschaftsprojekt von RTE und EirGrid stellt die erste direkte Stromverbindung zwischen Frankreich und Irland dar und soll die europäische Marktintegration sowie die Versorgungssicherheit langfristig stärken.
Quelle: IWR Online © IWR, 2026 Weitere Nachrichten rund um die Stromnetze
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