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03.06.2026, 14:19 Uhr

Fortschrittsmonitor Energiewende 2026 von BDEW und EY: Photovoltaik und Elektrifizierung setzen Impulse – Energiewende braucht mehr Tempo

Berlin – Die Energiewende in Deutschland kommt voran, aber nicht schnell genug. Der Fortschrittsmonitor Energiewende 2026 von Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und EY zeigt Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien und bei der Elektrifizierung – und benennt klare Lücken bei Netzen, Wärme und Wasserstoff.

Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch in Deutschland stieg 2025 auf 56 Prozent, getrieben vor allem durch einen Photovoltaik-Zubau von über 17 GW. Gleichzeitig überholten Wärmepumpen erstmals Gaskessel beim Absatz. Doch die Emissionslücke zum Klimaziel 2030 ist gegenüber dem Vorjahr größer geworden.

Erneuerbare auf 56 Prozent: Photovoltaik ist Wachstumstreiber der Energiewende, Windausbau bleibt zu langsam

Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch ist 2025 trotz eines windschwachen ersten Quartals auf 56 Prozent gestiegen und liegt damit knapp über dem indikativen EEG-Zielpfad. Haupttreiber war die Photovoltaik, die laut Fortschrittsmonitor einen Zubaurekord von 17,6 GW erreichte. Der Windkraftausbau gewinnt zwar an Dynamik, liegt aber weiterhin unterhalb der erforderlichen Zielwerte. Batteriespeicher übernehmen eine zunehmend wichtige Rolle für Flexibilität und Systemintegration der erneuerbaren Stromerzeugung.

Beim Klimaschutz zeigt sich ein gemischtes Bild: Bis einschließlich 2025 konnten Emissionsminderungen von 48 Prozent gegenüber 1990 realisiert werden – die Emissionslücke zum Klimaziel für 2030 ist gegenüber dem Vorjahr jedoch größer geworden.

BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae: "Die Energiewende ist ein Standort- und Sicherheitsprojekt. Sie senkt langfristig Kosten und reduziert Importabhängigkeiten. Dafür braucht es zwingend politische Verlässlichkeit und mehr Umsetzungsgeschwindigkeit."

Wärmepumpe erstmals vor Gaskessel – Wasserstoffhochlauf und Wärmewende weiter im Rückstand

Bei der Elektrifizierung verzeichnet der Monitor deutliche Fortschritte. 2025 wurden so viele Elektroautos verkauft wie noch nie, und Wärmepumpen haben sich mit 299.000 verkauften Anlagen erstmals zur meistverkauften Heizungsart entwickelt – der Absatz an Gaskesseln wurde damit übertroffen. Der Gesamtabsatz neuer Heizungen fiel mit 627.000 Geräten allerdings auf den tiefsten Stand seit 2010.

Beim Wasserstoff bleibt der Hochlauf hinter den Zielen zurück. Die Elektrolysekapazitäten reichen nicht aus, um das Ziel von 10 GW bis 2030 zu erreichen. Die Wasserstoffproduktion steigt zwar leicht an, basiert jedoch weiterhin überwiegend auf fossilen Quellen. Erneuerbarer Wasserstoff bleibt kostenintensiv und regulatorisch aufwendig. Biogas und Biomethan gewinnen als flexible Energieträger an Bedeutung.

Metin Fidan, Partner bei EY: "Die Energiewende ist kein reines Transformationsprojekt, sondern eine strategische Chance: Sie stärkt Wettbewerbsfähigkeit, reduziert Abhängigkeiten und schafft die Grundlage für ein resilientes Energiesystem."

Netzausbau gewinnt an Dynamik – Investitionsbedingungen bleiben entscheidende Stellschraube

Der Ausbau der Stromnetze gewinnt an Fahrt und wird zunehmend durch Digitalisierung unterstützt. Eine langfristig verlässliche regulatorische Ausgestaltung bleibt dabei laut Fortschrittsmonitor Energiewende zentrale Voraussetzung für die Mobilisierung der notwendigen Milliardeninvestitionen. Erste Gasleitungen wurden bereits für den Einsatz von Wasserstoff umgestellt und markieren den Beginn des physischen Hochlaufs der Wasserstoffinfrastruktur. Bei der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge wächst das Angebot schneller als der Fahrzeughochlauf: Die installierte Ladeleistung erreichte rund 10 GW und übertraf das EU-Ziel von 4 GW deutlich. Für die weitere Skalierung bleiben Auslastung der Ladepunkte, beschleunigte Genehmigungsprozesse sowie die Verfügbarkeit geeigneter Flächen die entscheidenden Engpässe.

Ausblick

Der Fortschrittsmonitor Energiewende von BDEW und EY macht deutlich: Die Zielpfade müssen nun in die konkrete Umsetzung gehen – mit schnellerem Ausbau, digitalisierten Netzen, steuerbarer Leistung, Speichern, Wasserstoffhochlauf und klaren Investitionsbedingungen. Die strukturelle Entwicklung des Energiesystems zeigt laut Monitor bereits heute den Weg zu einer effizienteren, kostengünstigeren und resilienteren Energiezukunft – das Tempo der Umsetzung muss jedoch deutlich steigen.

Quelle: IWR Online

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