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15.06.2026, 11:10 Uhr Weltpremiere: Hitachi Energy und Tennet Germany testen erste SF6-freie 420-kV-Schaltanlage erfolgreichMannheim – Der Einsatz von Schwefelhexafluorid (SF6) in gasisolierten Schaltanlagen der Stromnetze gilt bislang als technischer Standard in der Hoch- und Höchstspannungstechnik, steht jedoch aufgrund seiner hohen Klimawirkung zunehmend unter Druck. Mit der weltweit ersten erfolgreichen Validierung einer SF6-freien 420-kV-Schaltanlage im realen Netzbetrieb wird erstmals eine zentrale Schlüsseltechnologie der Netzinfrastruktur auf Höchstspannungsebene unter Betriebsbedingungen erprobt.
Die Hitachi Energy Ltd. und die TenneT Germany haben die Vor-Ort-Abnahmetests einer SF6-freien gasisolierten Schaltanlage im Umspannwerk Erzhausen erfolgreich abgeschlossen. Damit wurde die Einsatzfähigkeit der neuen Technologie auf der höchsten Übertragungsspannungsebene unter realen Netzbedingungen bestätigt.
Technologiewechsel in der Netztechnik – Übergang zu SF6-freien Isolationssystemen im HöchstspannungsbereichMit der erfolgreichen Validierung wird der Übergang von SF6-basierten zu alternativen Isolationssystemen im Höchstspannungsbereich erstmals unter realen Betriebsbedingungen bestätigt. Für Netzbetreiber eröffnet dies eine Option, den Ausbau der Übertragungsnetze mit deutlich reduzierter Klimawirkung umzusetzen.
Entscheidend für die weitere Marktdurchdringung wird allerdings sein, wie schnell SF6-freie Technologien von Pilotprojekten in die breite Netzinfrastruktur überführt werden können und sich als technischer Standard etablieren.
Netzmodernisierung: Validierung an 420-kV-SchaltanlageDie getestete 420-kV-GIS ist Teil der EconiQ-Technologieplattform von Hitachi Energy und wurde im Rahmen der Netzmodernisierung gemeinsam mit TenneT Germany erprobt. 420-kV-Schaltanlagen bilden zentrale Knotenpunkte des europäischen Übertragungsnetzes und sind entscheidend für die großräumige Stromübertragung.
„Der erfolgreiche Abschluss der Vor-Ort-Tests in Erzhausen ist ein bedeutender Meilenstein für dieses Projekt und für unsere Netzausbaupläne“, sagte Stefan Bönig von Tennet Germany. „Er zeigt, dass SF₆-freie Technologie die technischen Anforderungen auf höchster Spannungsebene erfüllen kann und unterstützt unser langfristiges Ziel, ein nachhaltigeres Übertragungssystem aufzubauen.“
Über SF6 in SchaltanlagenSchwefelhexafluorid (SF6) wird in der Stromwirtschaft als Isolier- und Löschgas in gasisolierten Schaltanlagen der Netzinfrastruktur eingesetzt, insbesondere in Umspannwerken und Netzanschlusspunkten der Übertragungs- und Verteilnetze. Der Einsatz erfolgt in der Netztechnik und nicht in der Stromerzeugung oder in Kraftwerken selbst. Damit betrifft SF6 sämtliche Erzeugungstechnologien gleichermaßen, da alle Kraftwerke – unabhängig von Technologie wie Gaskraftwerken, Wind- oder Solaranlagen – über entsprechende Netzanschluss- und Schaltinfrastruktur mit dem Stromsystem verbunden sind.
SF6 wird in gasisolierten Schaltanlagen der Netzinfrastruktur in einem geschlossenen Drucksystem eingesetzt und verbleibt im Normalbetrieb weitgehend im System. Emissionen können – wenn überhaupt – im Lebenszyklus der Schaltanlage entstehen, insbesondere durch geringe Leckagen, Wartungsprozesse sowie beim Rückbau oder der Entsorgung von Anlagen.
Traditionell basieren gasisolierte Schaltanlagen auf SF6, einem äußerst klimaschädlichen Treibhausgas mit einem globalen Erwärmungspotenzial (GWP), das rund 24.300-mal höher ist als das von CO2. Durch den Verzicht auf SF6 reduzieren sich die potenziellen Umweltauswirkungen der Schaltanlagen entsprechend deutlich.
Quelle: IWR Online © IWR, 2026 Weitere Meldungen rund um die Stromwirtschaft
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