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19.06.2026, 15:28 Uhr

Lichtblick investiert trotz Ergebnisrückgang 700 Mio. Euro in Energiewende-Infrastruktur

Hamburg – Der Ökostrom-Anbieter und Energiedienstleister Lichtblick hat im Geschäftsjahr 2025/26 bei rückläufigen Umsätzen und Erträgen zugleich eine umfassende Investitionsoffensive angekündigt. Während das Ergebnis auf Basis EBITDA gegenüber dem Vorjahr von 67,8 Mio. Euro auf 48,7 Mio. Euro sank, plant das Unternehmen bis 2030 Investitionen von insgesamt 700 Mio. Euro in Speicher, erneuerbare Erzeugungsanlagen und Ladeinfrastruktur.

Mit den Investitionen will Lichtblick die eigene Infrastruktur ausbauen und weitere Geschäftsfelder ausbauen. Im Fokus stehen Batteriespeicher, Photovoltaik-Projekte, Schnellladeinfrastruktur sowie integrierte Energielösungen zur Verknüpfung von Stromerzeugung, Speicherung und Verbrauch.

Gewinnrückgang: Geschäftszahlen 2025 unter Vorjahresniveau

Im Geschäftsjahr 2025/26 (1. April 2025 bis 31. März 2026) erzielte die Lichtblick-Gruppe einen Umsatz von 1,36 Mrd. Euro nach 1,54 Mrd. Euro im Vorjahr. Das EBITDA verringerte sich um um 28,2 Prozent auf 48,7 Mio. Euro (Vorjahr: 67,8 Mio. Euro) . Der Energieabsatz lag bei 6,1 TWh, die Zahl der Kundenverträge bei rund einer Million.

„Nach den Ausnahmejahren am Energiemarkt normalisieren sich die Preise. Gleichzeitig investieren wir bewusst in neue Geschäftsfelder – das belastet kurzfristig das Ergebnis, schafft aber die Grundlage für zukünftiges Wachstum“, sagte CFO Tanja Schumann.

Investitionen in die Zukunft: 600 Mio. Euro für Speicher und eigene Erzeugung

Den größten Teil der Investitionen will Lichtblick in Batteriespeicher und eigene Erzeugungsanlagen lenken. Bis 2030 sind hierfür rund 600 Mio. Euro vorgesehen.

Im vergangenen Geschäftsjahr nahm das Unternehmen drei neue Solarparks in Betrieb und begann mit dem Bau des ersten eigenen Großbatteriespeichers. Aktuell befinden sich sechs weitere Photovoltaik-Projekte in der Umsetzung. Die installierte Eigenleistung soll von derzeit 31 MW bis März 2027 auf insgesamt 150 MW steigen.

„Eigene Infrastruktur ist für uns kein Selbstzweck. Sie ist die Voraussetzung dafür, Energie verlässlich bereitzustellen und Erzeugung und Nutzung intelligent zu verbinden“, sagte Lichtblick-CEO Marc Wallraff.

Zugleich verwies Wallraff auf bestehende regulatorische Unsicherheiten bei Speicherprojekten. Nach seinen Angaben führen ungeklärte Fragen zu Netzanschlüssen und Netzkosten dazu, dass sich Investitionen in Speicherprojekte verzögern. Die Branche benötige daher schnell mehr Planungssicherheit.

Elektromobilität: Mehr als 100 Mio. Euro für Ladeinfrastruktur und E-Lkw-Laden

Auch im Bereich Elektromobilität plant Lichtblick erhebliche Investitionen. Für den Ausbau des QuickCharge-Schnellladenetzes und den Einstieg in das Laden schwerer Nutzfahrzeuge will das Unternehmen in den kommenden Jahren mehr als 100 Mio. Euro bereitstellen.

Nach der Inbetriebnahme der ersten zehn Schnellladeparks sollen bis März 2027 weitere 58 Standorte folgen. Zudem erhielt Lichtblick als Teil eines Konsortiums den Zuschlag für 14 öffentliche E-Lkw-Ladestandorte in Baden-Württemberg und übernimmt dort unter anderem den kommerziellen Betrieb der Ladeinfrastruktur.

Integrierte Energielösungen als strategisches Wachstumsfeld

Neben dem Ausbau eigener Infrastruktur setzt Lichtblick zunehmend auf die Verbindung von Strom, Wärme und Mobilität. Im vergangenen Geschäftsjahr entwickelte das Unternehmen seinen dynamischen Stromtarif weiter, erneuerte die Lichtblick-App und realisierte gemeinsam mit Partnern Lösungen zur Integration von Strom- und Wärmeanwendungen im Eigenheim.

„Kundinnen brauchen keine einzelnen Produkte, sondern ein ganzes Energiesystem, das die verschiedenen, schwankenden Bedarfe im Alltag deckt. Die Lösungen dahinter müssen intelligent und effizient miteinander funktionieren“, sagte Mandy Schwerendt, Chief Commercial Officer von Lichtblick.

Quelle: IWR Online

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