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22.06.2026, 17:03 Uhr Wasserstoff-Verbrenner im Schwerlastverkehr: Daimler Truck und KEYOU starten Kooperation für Lkw-Markteinführung im Jahr 2027Leinfelden-Echterdingen - Der Schwerlastverkehr braucht mehr als eine Antriebstechnologie, um die Dekarbonisierung zu erreichen. Daimler Truck setzt dabei künftig auch auf den Wasserstoff-Verbrennungsmotor und hat dafür mit dem Münchner Spezialisten KEYOU einen Kooperationsvertrag unterzeichnet.
Für Daimler Truck ist die Partnerschaft mit KEYOU Teil einer bewusst breit aufgestellten Dekarbonisierungsstrategie: Der Konzern setzt auf Batterieelektrik, Brennstoffzelle und nun auch auf den Wasserstoff-Verbrennungsmotor als ergänzende Technologie. Statt einer Eigenentwicklung wählt Daimler Truck ein Kooperationsmodell, das auf bestehenden Fahrzeug- und Motorenplattformen aufsetzt und damit eine schnelle Markteinführung ermöglichen soll. KEYOU verantwortet die technologische Adaption.
Wasserstoff-Verbrenner als dritte Säule der Daimler-Truck-DekarbonisierungsstrategieDaimler Truck verfolgt bei der Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs eine Strategie mit batterieelektrischen und wasserstoffbasierten Antrieben - zu denen nun neben der Brennstoffzelle auch der Wasserstoff-Verbrennungsmotor zählt. Batterieelektrische Lkw eignen sich insbesondere für planbare Routen, die Brennstoffzelle bietet in Kombination mit Flüssigwasserstoff Vorteile im flexiblen Fernverkehr mit Reichweiten von deutlich über 1.000 Kilometern.
Der Wasserstoff-Verbrennungsmotor ergänzt dieses Portfolio: Er zeichnet sich laut Daimler Truck durch hohe Robustheit, geringere Systemkomplexität im Vergleich zur Brennstoffzelle und geringen Anpassungsbedarf an bestehende Fahrzeugarchitekturen aus. Zudem ist er besonders für Anwendungen mit hohen Nutzlasten geeignet. Andreas Gorbach, Vorstandsmitglied von Daimler Truck, begründete die Entscheidung: "Wasserstoff kann dabei sowohl in der Brennstoffzelle als auch im Verbrennungsmotor eingesetzt werden. Mit KEYOU arbeiten wir mit einem spezialisierten Partner zusammen, um die Wasserstoff-Verbrenner Technologie zügig und effizient auf den Markt zu bringen."
KEYOU HICE.40: Markteinführung der Sattelzugmaschine für 2027 geplantDas erste Fahrzeug aus der Kooperation wird die Sattelzugmaschine KEYOU HICE.40 sein. Technische Basis bilden ein Mercedes-Benz Actros L 1848 sowie ein in Mannheim gefertigter Motor auf Basis der bestehenden 12,8-Liter-Motorenplattform, den KEYOU auf Wasserstoffbetrieb adaptiert.
Die Sattelzugmaschine ist für ein Gesamtfahrzeuggewicht von 40 Tonnen ausgelegt und soll dank 350-Bar-Druckwasserstofftechnologie eine Reichweite von bis zu 650 Kilometern erreichen. Mit einer Leistung von bis zu 350 kW und einem Port Fuel Injection-System soll sie ab Ende 2027 skalierbar in den Markt eingeführt werden.
Perspektivisch lässt sich die Technologie auf weitere Fahrzeugbaureihen übertragen. Thomas Korn, CEO und Co-Founder von KEYOU, kommentierte: "Die Zusammenarbeit mit Daimler Truck ist ein wichtiger Schritt für uns, um unsere KEYOU-inside Technologie in die industrielle Anwendung zu überführen. Gemeinsam können wir die Entwicklung und Skalierung wasserstoffbasierter Antriebslösungen im Nutzfahrzeugbereich deutlich beschleunigen und so einen konkreten Beitrag zur Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs leisten."
Partnerschaft soll über Technologiekooperation hinausgehenDie Zusammenarbeit ist langfristig angelegt und soll über eine reine Technologiekooperation hinausgehen. Beide Unternehmen planen Gespräche darüber, wie bestehende Service- und Wartungsstrukturen von Daimler Truck perspektivisch genutzt werden könnten, um Flottenbetreibern Betriebssicherheit und Verfügbarkeit zu gewährleisten. KEYOU will die Fahrzeuge Kunden anbieten - perspektivisch auch in Kombination mit Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur, die unter anderem durch Förderprogramme des Bundesverkehrsministeriums unterstützt wird. Daimler Truck unterstützt den Aufbau von Wasserstoff-Tankstellen, die sowohl gasförmigen als auch flüssigen Wasserstoff abgeben können.
Die Kooperation zwischen Daimler Truck und KEYOU zeigt, wie etablierte Nutzfahrzeughersteller den Wasserstoff-Verbrennungsmotor als ergänzende Technologie zu Batterie- und Brennstoffzellenantrieben erschließen können - auf Basis bewährter Fahrzeugplattformen und mit dem Ziel einer schnellen Marktreife.
Quelle: IWR Online © IWR, 2026 Mehr Nachrichten und Infos aus der Regenerativen Energiewirtschaft
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