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18.08.2026, 18:05 Uhr

SuedLink: Elbtunnel fertig - Deutschlands große Stromautobahnen nähern sich der Inbetriebnahme 2027/28

Wischhafen - Der Ausbau der großen Stromautobahnen für den Transport von Windstrom aus Norddeutschland in die Verbrauchszentren im Süden erreicht eine entscheidende Phase. Bei SuedLink ist mit dem Abschluss des 5,2 Kilometer langen Elbtunnels jetzt einer der technisch anspruchsvollsten Bauabschnitte fertiggestellt.

Die rund 700 Kilometer lange Gleichstromverbindung SuedLink soll Ende 2028 in Betrieb gehen. Zusammen mit weiteren großen Nord-Süd-Verbindungen entstehen 2027/28 hohe zusätzliche Transportkapazitäten, die Netzengpässe, Redispatch und die Abregelung von Windstrom reduzieren sollen.

Stromleitung SuedLink: 5,2 Kilometer langer Tunnel unter der Elbe fertiggestellt

Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet Germany hat den Tunnelvortrieb für die Elbquerung von SuedLink abgeschlossen. Der rund 5,2 Kilometer lange Tunnel ElbX führt von Wewelsfleth in Schleswig-Holstein nach Wischhafen in Niedersachsen und verbindet die SuedLink-Bauabschnitte in beiden Bundesländern.

Die eigens für SuedLink gefertigte, rund 200 Meter lange Tunnelbohrmaschine war im Februar 2025 in Wewelsfleth gestartet und hatte den Zielschacht in Wischhafen im Juni 2026 erreicht. Nach der Bergung und Demontage der Maschine wird der Tunnel nun für den späteren Kabeleinzug vorbereitet.

"Mit ElbX haben wir einen entscheidenden Baustein für die Realisierung von SuedLink geschaffen, einem der bedeutendsten Projekte der Energiewende in Deutschland", sagte Tennet-COO Ina Kamps. SuedLink werde künftig vor allem große Mengen Windenergie aus dem Norden in die Verbrauchszentren im Süden transportieren.

Insgesamt werden sechs Kabel im Tunnel verlegt: jeweils zwei Kabel für die beiden SuedLink-Systeme sowie je ein Ersatzkabel. Die rund 700 Kilometer lange Verbindung wird von Tennet Germany und Transnet BW realisiert. SuedLink verfügt über eine Übertragungsleistung von insgesamt 4 GW und soll Ende 2028 in Betrieb gehen.

Große Nord-Süd-Stromtrassen nähern sich der Inbetriebnahme

Nach jahrelangen Planungs-, Genehmigungs- und Bauverfahren nähern sich die großen Nord-Süd-Stromverbindungen in Deutschland der Fertigstellung. Ultranet mit einer Übertragungsleistung von rund 2 GW soll als eine der ersten großen Gleichstromverbindungen 2026 in Betrieb gehen. A-Nord mit ebenfalls 2 GW soll 2027 folgen. Für SuedLink mit insgesamt 4 GW ist die Inbetriebnahme Ende 2028 vorgesehen.

Auch SuedOstLink soll zunächst mit einer Übertragungsleistung von 2 GW ans Netz gehen. Die Stromverbindung ist für eine Gesamtkapazität von 4 GW ausgelegt und soll perspektivisch um ein zweites 2-GW-System erweitert werden.

Mit den neuen Gleichstromverbindungen entstehen hohe zusätzliche Transportkapazitäten zwischen den windreichen Regionen im Norden und den großen Verbrauchszentren in West- und Süddeutschland. Netzengpässe werden in Zukunft reduziert und der Bedarf an Redispatch sowie der Abregelung erneuerbarer Energien verringert sich.

Die großen Nord-Süd-Stromtrassen weisen gegenüber den ursprünglichen Planungen Verzögerungen von rund sechs Jahren auf. Ursprünglich sollten die neuen Übertragungskapazitäten zum gesetzlich für Ende 2022 festgelegten Atomausstieg gemäß 13. AtGÄndG vom 31. Juli 2011 zur Verfügung stehen.

Eine wesentliche Zäsur war der 2015 von der Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD auf maßgebliches Betreiben des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) beschlossene Vorrang für Erdkabel bei den großen Gleichstromtrassen. Die Planungen mussten daraufhin in weiten Teilen neu aufgesetzt werden. Der Wechsel von Freileitungen zu Erdkabeln führte zu Mehrkosten in Milliardenhöhe und trug maßgeblich zu den Verzögerungen von rund sechs Jahren beim Netzausbau bei.

Bild: Trassenverlauf zentraler Netzausbauvorhaben in Deutschland, Inbetriebnahme bis 2028 © IWR/BNetzA

Quelle: IWR Online

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