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11.09.2026, 10:26 Uhr Vattenfall: Investitionsentscheidung für 4-Stunden-Großspeicher am AKW-Standort in BrunsbüttelHamburg/Brunsbüttel - Vattenfall hat die finale Investitionsentscheidung für einen Großbatteriespeicher mit 254 MW Leistung und rund 1.000 MWh Speicherkapazität in Brunsbüttel getroffen. Das Projekt ist der bislang größte Batteriespeicher des schwedischen Energiekonzerns und soll bis Ende 2028 in Betrieb gehen.
Vattenfall baut damit sein Batteriegeschäft deutlich aus. Zugleich steht das Projekt für den technologischen Trend bei Großbatterien: Die Anlagen werden größer, die Speicherkapazitäten steigen und die Entladezeiten werden länger. Der knapp vierstündige Speicher in Brunsbüttel verbindet beide Entwicklungen.
4-Stunden-Batteriespeicher entsteht am ehemaligen Atomkraftwerk BrunsbüttelDer neue Batteriespeicher entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks Brunsbüttel, das derzeit zurückgebaut wird. Mit 254 MW Leistung und rund 1.000 MWh Kapazität kann die Anlage rechnerisch knapp vier Stunden mit Nennleistung Strom aufnehmen oder abgeben. Der Netzanschluss erfolgt über ein neues Umspannwerk an das 380-kV-Übertragungsnetz von 50Hertz. Batterie und Umspannwerk sollen nach der aktuellen Planung bis Ende 2028 errichtet und in Betrieb genommen werden.
Gegenüber dem bisherigen Planungsstand hat Vattenfall die Speicherkapazität deutlich erhöht. Ende 2025 hatte das Unternehmen für Brunsbüttel bei gleicher Leistung noch mit 700 MWh geplant. Damit steigt die rechnerische Speicherdauer von knapp drei auf knapp vier Stunden.
„Das sind sehr gute Nachrichten für Vattenfall und für den Energiestandort Brunsbüttel. Je stärker Wind- und Solarenergie ausgebaut werden, desto wichtiger werden leistungsfähige Speicher wie diese, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen und fossile Energieimporte zu ersetzen“, sagt Claus Wattendrup, Leiter des Bereichs „Solar & Batteries“ bei Vattenfall.
Vattenfall verdoppelt eigenes Batterieportfolio nahezu - Drittgeschäft soll auf 1.500 MW wachsenMit Brunsbüttel baut Vattenfall sein eigenes Batterieportfolio deutlich aus. Der Konzern verfügt derzeit über 150 MW Batteriespeicher in Betrieb und weitere 120 MW im Bau. Mit den zusätzlichen 254 MW in Brunsbüttel steigt das Portfolio rechnerisch auf rund 524 MW und damit nahezu auf das Doppelte.
Parallel entwickelt Vattenfall die Optimierung und Vermarktung von Batteriespeichern zu einem weiteren Geschäftsfeld. Dabei übernimmt das Unternehmen für andere Speicherbetreiber die Vermarktung der verfügbaren Flexibilität. Bis 2029 soll das optimierte Batterieportfolio nach Unternehmensangaben auf bis zu 1.500 MW anwachsen.
IWR: Trend zu längeren Speicherdauern - Großbatterien treiben EntwicklungNach einer IWR-Auswertung von Daten des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur erreichen die von Januar bis August 2026 neu in Betrieb genommenen Batteriespeicher eine durchschnittliche Speicherdauer von 2,0 Stunden (Datenstand: 31.08.2026, Auswertung: 09.09.2026). Im Gesamtjahr 2025 waren es 1,7 Stunden und 2024 1,6 Stunden. Der Durchschnitt umfasst allerdings den gesamten Speicherzubau und damit auch die sehr große Zahl kleiner Batteriespeicher.
Im Segment der Großbatterien nimmt zugleich die Zahl der Projekte mit hohen Speicherkapazitäten und mehrstündigen Entladezeiten zu. Diese Entwicklung schlägt sich wegen der Vielzahl kleiner Anlagen bislang nur begrenzt im Gesamtdurchschnitt nieder. Nach Einschätzung des IWR dürfte die durchschnittliche Speicherdauer in den kommenden Jahren weiter deutlich steigen. Der Vattenfall-Speicher in Brunsbüttel steht mit knapp vier Stunden bereits für diesen Trend.
Quelle: IWR Online © IWR, 2026 Weitere Meldungen rund um die Speicherbranche
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