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17.09.2026, 09:32 Uhr Ørsted-Chef Errboe übernimmt WindEurope-Vorsitz - Europas Windbranche erwartet Rekordzubau von 24 GW WindkraftleistungBrüssel - Rasmus Errboe, Vorstandsvorsitzender des dänischen Energiekonzerns Ørsted, übernimmt für 18 Monate den Vorsitz des europäischen Windenergieverbandes WindEurope. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Salvatore Bernabei, CEO von Enel Green Power, gewählt. Die neue Verbandsspitze tritt ihr Amt in einer Phase an, in der Europa 2026 mit voraussichtlich 24 GW neuer Windkraftleistung einen Zubaurekord erreichen wird.
Trotz des erwarteten Rekordjahres reicht das Ausbautempo nach Einschätzung von WindEurope längerfristig nicht aus. Für die EU erwartet der Verband bis 2030 einen durchschnittlichen jährlichen Zubau von rund 22 GW. Damit würde die installierte Windkraftleistung in der EU bis 2030 auf rund 342 GW steigen und deutlich unter der von WindEurope genannten EU-Zielgröße von 425 GW bleiben. Als zentrale Hemmnisse nennt die Branche unter anderem Netzengpässe, Genehmigungen, eine zu langsame Elektrifizierung und ungeeignete Ausschreibungsbedingungen.
Europa steuert 2026 auf neuen Zubaurekord bei der Windkraftleistung zuIm ersten Halbjahr 2026 wurden in ganz Europa 8,8 GW neue Windkraftleistung installiert, rund 30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon entfielen 7,1 GW auf die Europäische Union. Deutschland führte den europäischen Zubau mit 3,4 GW an. Wind Europe rechnet für das Gesamtjahr inzwischen mit 24 GW neuer Windkraftleistung.
Europa verfügte zur Jahresmitte über mehr als 311 GW installierte Windkraftleistung, davon 270,5 GW an Land (Onshore) und 40,9 GW auf See (Offshoe). Bis zum Jahr 2030 erwartet Wind Europe einen Anstieg auf 436 GW, für die EU prognostiziert der Verband rund 342 GW. Windenergie deckt derzeit rund 20 Prozent des europäischen Stromverbrauchs.
Gleichzeitig zeigen die Investitionsdaten ein gemischtes Bild. Im ersten Halbjahr 2026 wurden nach Angaben von WindEurope 9 Mrd. Euro für neue Windparks mobilisiert, die eine Finanzierung von 5,2 GW Windkraftleistung ermöglichen. Die festen Turbinenbestellungen gingen dagegen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 um 12 Prozent auf 10,6 GW zurück.
Errboe will EU-Ausbauziele mit besseren Rahmenbedingungen schneller umsetzenAls neuer WindEurope-Vorsitzender sieht Errboe die Windenergie als wichtigen Baustein für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung sowie für die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Um die Ausbauambitionen in konkrete Projekte zu überführen, müssten nach seinen Angaben die Elektrifizierung und der Netzausbau beschleunigt sowie geeignete Bedingungen für Investitionen in Europa geschaffen werden. Als Vorsitzender vertritt er die Wind Europe-Mitglieder aus der Onshore- und Offshore-Wertschöpfungskette, darunter Projektentwickler, Hersteller, Zulieferer und nationale Verbände.
Der Handlungsdruck ergibt sich auch aus den europäischen Ausbauzielen. Die EU hat für 2030 einen verbindlichen Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch von mindestens 42,5 Prozent festgelegt und strebt 45 Prozent an. Für die Windenergie nennt Wind Europe eine EU-Zielgröße von 425 GW bis 2030. Der aktuell zu erwartende Ausbau auf rund 342 GW würde diesen Zielwert um etwa 83 GW verfehlen.
Mit Errboes Amtsantritt rücken damit neben dem kurzfristigen Rekordzubau vor allem die Rahmenbedingungen für die nächste Ausbauphase in den Mittelpunkt. Entscheidend wird sein, ob aus Ausschreibungen ausreichend neue Investitionsentscheidungen und anschließend tatsächlich gebaute Windparks entstehen.
Quelle: IWR Online © IWR, 2026 Weitere Meldungen rund um die Windbranche
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