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16.10.2026, 09:16 Uhr

Braunkohlereviere werden zu Energiezentren: RWE baut Wind und Solar aus - Batteriegroßspeicher im Bau

Essen - RWE hat den Solarpark am Tagebau Garzweiler erweitert und den Windpark Düren-Merken im Rheinischen Revier in Betrieb genommen. Parallel entsteht am Solarstandort ein Batteriegroßspeicher, der im Frühjahr 2027 ans Netz gehen soll.

Die deutschen Braunkohlereviere bieten mit rekultivierten Tagebauflächen, bestehenden Netzanschlüssen und vorhandener Energieinfrastruktur besondere Voraussetzungen für den Ausbau erneuerbarer Energien und großer Batteriespeicher. Im Zuge des Strukturwandels entstehen so neue Energiezentren, die an die bisherige Rolle der Regionen in der Stromversorgung anknüpfen.

RWE erweitert Solarpark Garzweiler auf 105,7 MWp und nimmt weiteren Windpark in Betrieb

RWE hat die zweite Ausbaustufe seines Solarprojekts entlang der Autobahn A44n zwischen Bedburg und Jüchen auf rekultivierten Flächen des Tagebaus Garzweiler nach weniger als sechs Monaten Bauzeit in Betrieb genommen. Die neue Anlage bei Jüchen umfasst 30.600 Solarmodule mit 19,2 MWp. Zusammen mit der bereits Ende 2025 gestarteten ersten Ausbaustufe erreicht der Solarpark eine Gesamtleistung von 105,7 MWp. Nach RWE-Angaben können die insgesamt 171.600 Module rechnerisch rund 34.000 Haushalte versorgen.

Auch bei der Windenergie meldet RWE einen weiteren Zubau im Rheinischen Revier: Am Tagebau Inden hat das Unternehmen den Windpark Düren-Merken mit zwei Windturbinen und einer Gesamtleistung von rund 14 MW in Betrieb genommen. Nahe Garzweiler entsteht derzeit zudem der Windpark Bedburg 3 mit rund 60 MW. Insgesamt baut und betreibt RWE im Rheinischen Revier nach eigenen Angaben Wind- und Solarprojekte mit rund 600 MW Leistung. Die aktuellen Inbetriebnahmen sind damit Teil eines größeren Ausbaus erneuerbarer Erzeugungskapazitäten in der Region.

Batteriespeicher ergänzen Wind- und Solarstromerzeugung

Am Solarpark Garzweiler errichtet RWE einen Batteriespeicher mit 75 MW Leistung und rund 150 MWh Kapazität. Die Inbetriebnahme ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen. Bei voller Nennleistung könnte er rechnerisch zwei Stunden Strom abgeben.

Der Speicher soll unter anderem Regelenergie bereitstellen und den Netzanschluss gemeinsam mit der Photovoltaikanlage nutzen. Dadurch kann die vorhandene Netzinfrastruktur effizienter genutzt werden.

Weitere Speicherkapazitäten sind bereits im Bau: Am Tagebau Hambach entsteht ein Großspeicher mit 236 MW Leistung und 470 MWh Kapazität, der 2027 in Betrieb gehen soll.

LEAG und MIBRAG treiben Energieumbau in Lausitz und Mitteldeutschland voran

Der Umbau bisheriger Braunkohlestandorte beschränkt sich nicht auf das Rheinische Revier. In der Lausitz verfolgt LEAG mit ihrer Gigawatt-Factory einen Ansatz, der Wind- und Solarparks, Batteriespeicher und steuerbare Kraftwerkskapazitäten kombiniert. Bis 2030 strebt der Konzern 7 GW Wind- und Solarleistung an.

Im Rahmen dieser Strategie hat die LEAG im September 2026 den Windpark Forst-Briesnig 2 mit 105 MW und den ersten Bauabschnitt des Solarparks Bohrau mit rund 130 MWp in Betrieb genommen. An den Kraftwerksstandorten Jänschwalde und Boxberg entstehen des Weiteren Batteriespeicher mit zusammen 1.400 MW Leistung und 5.600 MWh Kapazität. Die Projekte stehen für den geplanten Ausbau eines breiteren Erzeugungs- und Speicherportfolios an bisherigen Energiestandorten.

Im Mitteldeutschen Revier setzt die MIBRAG auf neue Windenergieanlagen auf rekultivierten Tagebauflächen. Das Unternehmen errichtet die Windparks Breunsdorf mit 93 MW und Profen II mit 62 MW.

Quelle: IWR Online

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