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28.10.2026, 14:46 Uhr

Maxsolar liefert Solarstrom an SAP - Batteriespeicher gewinnen am deutschen PPA-Markt an Bedeutung

Traunstein - Der Energieinfrastrukturentwickler Maxsolar liefert über einen Zeitraum von zehn Jahren Solarstrom an den Softwarekonzern SAP. Der Strom stammt aus zwei Solarparks in Sachsen und Schleswig-Holstein mit einer Gesamtleistung von 36,5 MWp, die inzwischen beide in Betrieb sind.

Nach rückläufigen Vertragsabschlüssen im Jahr 2025 hat die Aktivität am deutschen Markt für langfristige Stromabnahmeverträge (PPAs) und Flexibilitätsverträge 2026 wieder zugenommen. Dabei gewinnen vor allem Verträge für Batteriespeicher und kombinierte Solar-Speicher-Projekte an Bedeutung, während sich klassische Stromabnahmeverträge uneinheitlich entwickeln.

Zehn Jahre Solarstrom für SAP aus zwei deutschen Solarparks

Maxsolar und SAP haben für den Solarpark Memmendorf in Sachsen mit 25 MWp und den Solarpark Pahlen in Schleswig-Holstein mit rund 11,5 MWp einen Corporate PPA abgeschlossen. Nach Angaben von Maxsolar speist Memmendorf seit April 2026 Strom ein, Pahlen wurde im August in Betrieb genommen. Beide Anlagen liefern inzwischen Strom im Rahmen des Vertrags.

Die physische Stromlieferung erfolgt nach dem Pay-as-Nominated-Modell. Die Liefermengen werden dabei im Voraus festgelegt und nach einem vereinbarten Fahrplan bereitgestellt. SAP erhält für den gelieferten Strom außerdem Herkunftsnachweise, die dessen erneuerbare Herkunft dokumentieren.

Angaben zur jährlichen Liefermenge, zum Strompreis und zum finanziellen Vertragsvolumen macht Maxsolar nicht. Auch eine Zuordnung zu bestimmten SAP-Standorten oder Rechenzentren fehlt.

SAP setzt bei der Strombeschaffung auch auf langfristige PPAs

Langfristige Stromabnahmeverträge gehören zur SAP-Strategie für erneuerbare Energie. Neben PPAs nennt der Konzern im Geschäftsbericht 2025 Herkunftsnachweise, eigene Solarstromerzeugung und Grünstromtarife. SAP will langfristige Stromabnahmeverträge verstärkt nutzen, um den Anteil erneuerbarer Energien am Strombezug zu erhöhen und eine größere Preisstabilität zu erreichen. SAP hat im Jahr 2025 nach eigenen Angaben insgesamt 230,4 GWh Strom für Büros, eigene Rechenzentren und Elektromobilität bezogen. Davon entfielen 108,9 GWh auf Büros, 97,1 GWh auf eigene Rechenzentren und 24,4 GWh auf Elektromobilität.

Maxsolar will sein Geschäft um integrierte Energieinfrastrukturen für Rechenzentren und andere energieintensive Standorte erweitern. Dazu gehören Erzeugung, Batteriespeicher, Netzanbindung und strukturierte Strombeschaffung. Die Projektpipeline beziffert das Unternehmen auf 6,1 GW.

Deutscher Markt: 3,57 GW neue Vertragsleistung in neun Monaten

Der deutsche Markt für langfristige Stromabnahme- und Flexibilitätsverträge hat 2026 deutlich an Volumen gewonnen. Nach Daten des Marktforschungsunternehmens Pexapark wurden von Januar bis September insgesamt 3.572 MW neu kontrahierte Leistung registriert. Davon entfallen 1.769 MW auf klassische PPAs, 308 MW auf Hybrid-PPAs und 1.495 MW auf Batteriespeicher-Flexibilitätsverträge.

Die Quartalswerte stiegen von 723 MW über 1.364 MW auf 1.485 MW. Das Volumen klassischer PPAs sank allerdings im dritten Quartal gegenüber dem zweiten von 793 auf 383 MW. Flexibilitätsverträge erreichten dagegen mit 794 MW den Höchstwert der betrachteten Quartale.

Im dritten Quartal wurden drei Hybrid-PPAs mit zusammen 308 MW kombinierter Solar- und Speicherleistung abgeschlossen, darunter 204 MW Photovoltaik. Reine Solar-PPAs erreichten lediglich 45 MW.

Auch Maxsolar hat 2026 weitere Hybrid-PPAs abgeschlossen. Im August vereinbarte das Unternehmen mit DB Energie einen Stromabnahmevertrag für einen Solarpark mit 37 MW Leistung und einen Batteriespeicher mit 15 MW Leistung und 30 MWh Kapazität. Im Oktober folgte ein weiterer Hybrid-PPA mit Energy2market für ein Solar-Speicher-Projekt in Waren.

Die Entwicklung verdeutlicht die wachsende Bedeutung flexibler Vermarktungsmodelle für die Solarbranche. Niedrige Solarstrom-Marktwerte und häufige negative Börsenstrompreise erschweren die wirtschaftliche Vermarktung reiner Solarstromprofile. Die Kombination mit Batteriespeichern ermöglicht es dagegen, die Stromlieferung stärker an der Nachfrage und den Marktpreisen auszurichten.

Quelle: IWR Online

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